Die Eurogarant-Vorstände konnten der Hauptversammlung auch für 2025 positive Zahlen präsentieren. Gleichzeitig verabschiedete sich der Vorstandsvorsitzende Thorsten Fiedler in den Ruhestand. Doch er bleibt der Gesellschaft als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats treu.
Die Eurogarant AutoService AG lud zur Hauptversammlung 2026 ins hessische Friedberg. Die Vorstände Sebastian Kaiser, Guido Kalter, Peter Börner sowie Thorsten Fiedler (von li. nach re.) konnten dabei sehr gute Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentieren.
(Bild: Otto - VCG)
Die Niederlage der deutschen Nationalmannschaft war das Smalltalk-Thema Nummer 1 beim Eurogarant-Pflichttermin in Friedberg. Angesichts des Ausscheidens der Nagelsmann-Elf hätte die Stimmung durchaus gedrückt sein können. Doch gegen das Stimmungstief halfen bei der Hauptversammlung durchweg positive Meldungen der Gesellschaft.
So unterstrich der Aufsichtsratsvorsitzende Holger Schmädicke schon zu Beginn der Veranstaltung, dass die Eurogarant AutoService AG im Geschäftsjahr 2025 das Ergebnis des Vorjahres deutlich übertroffen habe. Dies sei laut Schmädicke Folge der „engen Kundenbindung und perfekten Zusammenarbeit des gesamten Eurogarant-Teams“. Er bedankte sich deshalb im Namen des Aufsichtsrats bei Mitarbeitern und Vorstand des Unternehmens, das nach seinen Worten „das Wohl der angeschlossenen Betriebe in den Vordergrund stellt.“
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Langfristig angekündigt war der Rücktritt von Aufsichtsratsmitglied Jörg Bergmann. Er wurde von Holger Schmädicke und Thorsten Fiedler mit großem Dank verabschiedet. Fiedler betonte, dass Bergmann sich immer wieder für die Betriebe starkgemacht habe und „am meisten für die Stundenverrechnungssätze kämpfte“.
Fiedler selbst hatte am 30. Juni seinen letzten Arbeitstag als Vorstandsvorsitzender und blickte äußerst positiv auf seine über 24 Jahre zurück. In dieser Zeit gelang es der Eurogarant, nicht nur bei der Mitarbeiterzahl stark zu wachsen, sondern auch beim Gesamtumsatz um rund 160 Millionen Euro zuzulegen. Fiedlers Aufgaben im Bereich Marketing und Empfang wird zukünftig Peter Börner mit übernehmen. Den Bereich IT erbt Guido Kalter und Sebastian Kaiser fokussiert sich auf die Finanzen und Personal.
Darüber hinaus gab Thorsten Fiedler noch einen Ausblick auf die neue Eventreihe „Eurogarant Werkstattimpulse“. Sie löst die bekannte Deutschland Tour ab. „Wir haben hingehört, was ihr gerne hättet“, so Fiedler. Die Werkstattimpulse versprechen noch mehr Austausch über einen längeren Zeitraum von fünf Wochen und an nun 18 statt zuvor sieben Standorten. So komme die Eurogarant näher zu ihren Betrieben.
Doch Fiedler bleibt der Eurogarant AutoService AG auch im Ruhestand verbunden. Denn mit dem Ausscheiden von Jörg Bergmann wurde ein Aufsichtsratssitz vakant. Die Hauptversammlung wählte ihn einstimmig in das Gremium und in der unmittelbar im Anschluss an die Hauptversammlung einberufenen Aufsichtsratssitzung wurde Fiedler auch zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates nominiert.
Ersatzteilumsatz gesteigert
Neben ihm berichteten auch die anderen Vorstandsmitglieder aus ihren Bereichen. Während Sebastian Kaiser die aktuellen Zahlen und ein Wachstum von sieben Prozent zum Jahr 2024 kommunizierte, zeichnete Peter Börner die Entwicklungen im Zentraleinkauf nach. So konnte bei den Originalersatzteilen der Ersatzteilumsatz gesteigert werden – und das trotz einer geringeren Zahl von Bestellungen 2025 im Vergleich zum Vorjahr.
Diesem Trend arbeite man aber vor allem mit einer klaren Ansprache der Kunden entgegen. So habe er unter anderem die 15 Top-Kunden persönlich besucht, um die Beziehungen langfristig zu pflegen. Und Börner betonte, dass trotz stagnierender Ersatzteilumsätze der Umsatz am Schadenmanagement, also dem Bereich von Vorstandskollegen Guido Kalter, zuletzt deutlich stieg. Es sei gut, dass sich die Themen bei der Eurogarant unabhängig voneinander entwickeln und so keine Abhängigkeiten entstehen. „Mehr als 75 Prozent des Ersatzteilumsatzes hat nichts mit der Schadenlenkung zu tun“, so Börner.
Zudem bemerke die Eurogarant AutoService AG einen Hochlauf bei den Ersatzteilbestellungen über Portale wie Helloparts oder dem eigenen Angebot Numinos. Der Markt nehme diese Angebote an. Trotzdem schränkte Peter Börner ein, dass bei der Eurogarant immer noch weniger als zehn Prozent der Bestellungen auf diesem Wege abliefen. Telefon und E-Mail seien weiterhin die favorisierten Kontaktpfade. Bei allen Bestrebungen, die Prozesse durch den Einsatz von KI zu verbessern, zeichne das aber auch die Eurogarant AutoService AG aus. Oder wie es eine Vortrags-Slide passend mit der Überschrift beschrieb: „Immer ein Stück besser und vor der Welle sein“.
Stand: 08.12.2025
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Leichte Steigerung bei Schadenentwicklung
Den Abschluss des Vorstandsberichts bildete Guido Kalter. Bei der Schadenentwicklung 2025 vermeldete er eine leichte Steigerung zu 2024. Das Umfeld sei herausfordernd und man versuche hier mit diversen Stellschrauben, die Kunden perfekt zu bedienen und zu halten. Im Bereich IT-Entwicklung habe man deshalb auch nochmals eine Kunden-App aufgesetzt, die laut Kalter ein wesentlich komfortableres Nutzererlebnis bringe. Sie werde dementsprechend positiv aufgenommen.
Und auch beim Aufbau neuer Großkunden sei man auf einem guten Weg. „Wir fahren weiterhin beim Austausch mit den Kunden ein Hybridmodell aus persönlicher Ansprache und digitalen Prozessen“, erklärte Kalter. Damit hebe man sich von Wettbewerbern ab, die nur automatisiert agieren. Um hier trotzdem technisch auf Augenhöhe zu bleiben, müsse die Eurogarant aber auch immer wieder stark investieren.
Der Vorstand wurde einstimmig durch die Hauptversammlung entlastet. Gleiches gilt für den Aufsichtsrat der Eurogarant.