Autorecht aktuell

UPE-Aufschläge und Lackierkosten

| Redakteur: Marion Fuchs

Auch wenn der Geschädigte seinen Schaden fiktiv abrechnet, kann er UPE-Aufschläge für Teile geltend machen.
Auch wenn der Geschädigte seinen Schaden fiktiv abrechnet, kann er UPE-Aufschläge für Teile geltend machen. (Bild: Wenz)

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In seinem Urteil AZ: 40 C 102/18 vom 14.09.2018 kommt das Amtsgericht (AG) Cottbus zu der Entscheidung, dass entgegen der Auffassung der Beklagten ein Geschädigter verlangen kann, auch den Kostenaufwand für UPE-Aufschläge und Lackierarbeiten ersetzt zu bekommen, wenn der Schaden fiktiv abgerechnet wird.

Hintergrund

Im vorliegenden Fall geht es um verbleibende Schadenersatzansprüche aus einem Verkehrsunfall vom 30.05.2017. Die Klägerin rechnet den Schaden auf Gutachtenbasis ab. Ausweislich des eingeholten Kostenvoranschlages belaufen sich die kalkulierten Reparaturkosten insgesamt auf 1:002,46 €, die beklagte Haftpflichtversicherung regulierte nur anteilig und verweist auf einen Prüfbericht, den ein Dekra-Gutachter in ihrem Auftrag erstellt hat.

Aussage

Nach Ansicht des AG Cottbus steht es einem Geschädigten frei; zu entscheiden, ob ein Fahrzeug repariert werden soll oder ob eine Restitution in Geld erfolgen soll. Entgegen der Auffassung der Beklagten kann ein Geschädigter auch den Kostenaufwand für UPE-Aufschläge und Lackierarbeiten ersetzt verlangen, wenn der Schaden fiktiv abgerechnet wird, schließlich wären die Kosten bei einer tatsächlichen Reparatur auch angefallen.

Die Beklagtenseite kann sich auch nicht darauf berufen, dass ein Dekra-Gutachter zu einem anderen Ergebnis gelangt ist. Das Gericht führt hierzu wörtlich aus:

„Wenn demgegenüber die Beklagtenseite sich darauf stützt, dass ein Dekra-Gutachter zu anderen Ergebnisen gekommen ist, ist hierzu festzustellen, dass ausweislich der Darlegungen des Sachverständigen dieser nicht unparteiisch den Kostenanschlag überprüft hat, sondern vielmehr an Auftrag und Vorgaben der HUK Coburg Versicherung AG gebunden war.

Dies stellt er insbesondere fest, hinsichtlich der Verbringungskosten, mit der Bemerkung: “Die Verbringungskosten wurden auftragsgemäß in Abzug gebracht, da der regulierende Versicherer diese erst nach Erbringung eines entsprechenden Nachweises übernimmt." Wenn die Beklagte einem Gutachter Vorgaben macht, was er in seine Feststellungen aufnehmen darf und was nicht, ist eine entsprechende gutachterliche Feststellung nicht geeignet, den Beweiswert eines Kostenvoranschlages zu erschüttern.

Für die Praxis bedeutet das:

Das AG Cottbus sieht die von der Beklagten eingeholte Stellungnahme eines Dekra-Gutachters nicht für objektiv an. Insbesondere bestehen Zweifel an der Unparteilichkeit des Gutachters, wenn dieser ein Gutachten im Auftrag einer Versicherung erstellt und unter anderem wörtlich ausführt, dass „Verbringungskosten auftragsgemäß in Abzug“ gebracht wurden. Ein solches Gutachten vermag die kalkulierten Reparaturkosten in einem Kostenvoranschlag einer markengebundenen Fachwerkstatt nicht zu erschüttern.

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