Fahrzeugbau Meier

Abspecken oder Auflasten?

| Redakteur: Marion Fuchs

Camping ist ein unbeschwertes Vergnügen: Aber nur, wenn das Fahrzeugs nicht überladen wird.
Camping ist ein unbeschwertes Vergnügen: Aber nur, wenn das Fahrzeugs nicht überladen wird. (Bild: Gemeinfrei)

Bei Reisen mit dem Wohnmobil in Herbst und Winter drücken der Gasvorrat, dicke Kleidung oder üppige Vorräte kräftig auf die Waage. Mietinteressenten sollten ein geeignetes Modell wählen. Für Eigentümer bietet sich eine Auflastung an.

Reisemobil-Neueinsteiger übersehen gern das maximale Zuladungsgewicht. Das ist oft gering bemessen und in der kalten Jahreszeit schnell überschritten. In Deutschland sind die Strafen verhältnismäßig moderat. Im Ausland wird’s richtig teuer. Frankreich kennt keinen Toleranzbereich, 750 Euro Strafe sind keine Seltenheit. Ab fünf Prozent Überladung droht ein Weiterfahrverbot. Noch härter greift Österreich durch. Schon ab 15 Prozent wird ein Strafverfahren eingeleitet, womit Kosten von mehreren tausend Euro drohen. Wer zu viel dabei hat und einen Unfall verursacht, verliert womöglich seinen Versicherungsschutz.

Nicht nur das Gesamtgewicht muss eingehalten werden, sondern auch die zulässigen Achslasten. Diese sind im Fahrzeugschein vermerkt, und meist je Achse unterschiedlich. Bei Nichteinhaltung drohen wieder Bußgelder. Besonders betroffen sind erfahrungsgemäß sehr lange Reisemobile sowie Fahrzeuge mit großer Heckgarage, Fahrradträger oder Dachaufbauten.

Marco Vacca vom Fahrzeugbau Meier rät zum Blick in den Fahrzeugschein durch einen Fachmann. „Manchmal reicht eine Änderung der Papiere in der Zulassungsstelle“. Das sei technisch unkritisch, sofern der Hersteller Lastreserven im Fahrzeug belassen hat, die mit entsprechenden zusätzlichen Prüfungen nachgewiesen wurden.

Meist jedoch sind Arbeiten am Fahrgestell unumgänglich. In der Regel werden verstärkte Komponenten eingebaut, in den meisten Fällen stärkere Blattfedern oder eine Luftfederung. Bei einer Auflastung gilt es zudem zu beachten, dass der Traglastindex der Reifen für das höhere Gewicht ausgelegt ist und auch die Felgen passen. In Verbindung mit einem Gutachten (liefern die Hersteller der Komponenten meist mit) werden dann nach der Abnahme durch einen Sachverständigen auf der Zulassungsstelle die höheren Gewichte eingetragen. Eine Änderung der Gewichtsklasse kann sich allerdings auf Steuer, Führerschein, Maut und Fahrbeschränkungen auswirken. Da das für den Betrieb mit Anhänger relevante Zuggewicht in der Regel nicht erhöht wird, kann sich ebenfalls die effektiv nutzbare Anhängelast reduzieren. Technisch betrachtet überwiegen allerdings die Vorteile: Das Fahrzeug ist nun für höhere Lasten gerüstet, Fahrsicherheit und -komfort steigen und Verkehrskontrollen verlieren ihren Schrecken.

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