Statistisches Bundesamt Arbeitskosten stiegen im letzten Jahr um drei Prozent

Redakteur: Lena Sattler

Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde. Deutschland liegt im EU-Vergleich somit auf dem siebten Platz. In den einzelnen Wirtschaftsbereichen zahlten deutsche Arbeitgeber im Durchschnitt bis zu 46 Prozent mehr.

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Das Statistische Bundesamt hat die Arbeitskosten für 2020 veröffentlicht.
Das Statistische Bundesamt hat die Arbeitskosten für 2020 veröffentlicht.
(Bild: Destatis)

Arbeitgeber des Produzierenden Gewerbes und wirtschaftlicher Dienstleistungen in Deutschland haben im Jahr 2020 durchschnittlich 36,70 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde bezahlt – drei Prozent mehr als 2019. Nach Angaben des Statistischen Bundesamt zufolge ist Deutschland innerhalb der EU auf dem siebten Platz. Dänemark hatte mit 46,90 Euro die höchsten Arbeitskosten, Bulgarien mit 6,40 Euro die niedrigsten.

(Bild: Destatis)

Arbeitgeber zahlen bis zu 46 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Gemessen am EU-Durchschnitt von 28 Euro zahlten deutsche Arbeitgeber des Produzierenden Gewerbes und wirtschaftlicher Dienstleistungen im Jahr 2020 rund 31 Prozent mehr für eine Stunde Arbeit. Der relative Abstand ist damit gegenüber dem Jahr 2019 gleichgeblieben.

In der Industrie, die besonders stark im internationalen Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde durchschnittlich 41,60 Euro. Hier lag Deutschland im EU-Vergleich wie im Jahr zuvor auf dem dritten Platz. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 46 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (28,50 Euro). Bei den marktbestimmten Dienstleistungen lag Deutschland mit 34,10 Euro auf dem siebten Platz (21 Prozent über dem EU-Durchschnitt) – 2019 war es noch der neunte Platz.

2020 zahlten deutsche Arbeitgeber im Produzierenden Gewerbe und wirtschaftlichen Dienstleistungen auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten. Damit lagen die Lohnnebenkosten unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro. Im Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang zwölf. Auf 100 Euro Lohn wurden in Schweden (47 Euro) die höchsten Lohnnebenkosten gezahlt.

Lohnnebenkosten sinken durch Corona-Hilfen

Die Corona-Hilfen der nationalen Regierungen haben sich in den EU-Staaten auch auf die Lohnnebenkosten ausgewirkt. Neben Kurzzeitarbeitsregelungen milderten Subventionszahlungen und/oder Steuervergünstigungen die Auswirkungen der Corona-Krise auf Unternehmen sowie die Arbeitnehmer. Steigen diese Zahlungen, so sinken anteilig die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber. In Irland haben sich infolgedessen die Lohnnebenkosten je 100 Euro Bruttoverdienst halbiert (von 18 auf 9 Euro).

Für Malta wurde sogar ein negativer Wert ermittelt: Die an die Unternehmen gezahlten Lohnsubventionen überstiegen hier die Sozialbeiträge der Arbeitgeber, sodass insgesamt negative Lohnnebenkosten zu Buche stehen.

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