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Fahrassistenten-Test Assistenzsysteme fallen alle 13 Kilometer aus

| Autor: Viktoria Hahn

Systeme wie Spurhalteassistenten und Abstands- und Geschwindigkeitsregler steuern die Manöver zahlreicher Autos. Doch ein Praxistest auf öffentlichen Straßen zeigt nun, wie häufig es bei deren Nutzung noch zu ernsthaften Problemen kommt.

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(Bild: Volvo)

Wer sich heutzutage ein Auto kauft, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es mit einer Vielzahl von elektronischen Helfern ausgestattet ist. Die meisten modernen Fahrzeuge sind beispielsweise in der Lage, die Spur und den Abstand zu halten oder die Geschwindigkeit zu regeln. Doch wie ein Praxistest der amerikanischen Automobil-Vereinigung (AAA) auf öffentlichen Straßen in den USA ergeben hat, kommt es dabei bemerkenswert häufig zu Ausfällen. Die Fahrerassistenten auf Automatisierungs-Stufe 2 hatten auf einer Strecke von rund 6.440 Kilometer im Schnitt alle 13 Kilometer eine Fehlfunktion.

Vor allem der Spurhalteassistent machte den Fahrzeugen Probleme. Jene Technik war für 73 Prozent der Fehler verantwortlich. Da das System die Position der Testfahrzeuge auf der Fahrbahn nicht korrekt erkennen konnte, fuhren diese regelmäßig zu nah an Leitplanken oder verließen die Spur unerwartet.

Systeme erbrachten keine konsistenten Leistungen

In einem weiteren Szenario simulierten die Forscher einen Notfall und stellten ein vermeintlich fahruntüchtiges Fahrzeug auf die Teststrecke. In 66 Prozent der Fälle kam es dabei trotz aktivierter Assistenzsysteme zu einer Kollision mit dem liegengebliebenen Auto. Die durchschnittliche Aufprallgeschwindigkeit betrug 40 km/h. Ebenfalls negativ fiel auf, dass sich die Fahrerassistenten oft ohne Vorwarnung abschalteten und die Kontrolle fast augenblicklich an den Fahrer zurückgaben.

Greg Brannon, Direktor für Automobiltechnik und Industriebeziehungen bei der AAA, sagte dazu: „Aktive Fahrassistenzsysteme sollen den Fahrer unterstützen und dazu beitragen, die Straßen sicherer zu machen. Wir haben jedoch wiederholt festgestellt, dass diese Systeme keine konsistente Leistung erbringen, insbesondere auf öffentlichen Straßen“. Die Hersteller müssten deshalb dringend auf zuverlässigere Technologien hinarbeiten und deren Einführung solange einschränken.

Akzeptanz von vollautomatisierten Fahrzeugen könnte geschmälert werden

Denn neben den potenziell gefährlichen Folgen dieser Fehlfunktionen für alle Verkehrsteilnehmer habe die Mehrheit der derzeitigen Autofahrer mit diesen Assistenzsystemen ihre erste Interaktion mit der Fahrzeugautomatisierung. Auf lange Sicht könne eine schlechte Erfahrung mit der derzeitigen Technologie die öffentliche Akzeptanz von vollautomatisierten Fahrzeugen zurückwerfen, meinte Brannon weiter.

Als Testfahrzeuge wählten die Experten einen BMW X7 (2019er-Baujahr) mit „Active Driving Assistant Professional“, einen 2019er-Cadillac CT6 mit „Super Cruise“ und einen 2019er-Ford Edge mit „Ford Co-Pilot-360“. Außerdem kamen zwei Fahrzeuge aus dem Baujahr 2020 zum Einsatz: Ein Kia Telluride mit „Highway Driving Assist“ und ein Subaru Outback mit „Eye-Sight“.

Diese wurden direkt vom Hersteller oder aus dem Bestand von Händlern bezogen. Mit dem X7, dem Edge und dem Outback testeten die Forscher auch hierzulande angebotene Modelle.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG