Exklusivmodell Porsche 917: Herr Rossi sucht das Glück

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Am 28. April 1975 verließ ein einzigartiger Porsche 917 das Entwicklungszentrum in Weissach. Statt auf eine Rennstrecke – so wie jeder 917 zuvor – fuhr das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen. Eine Umrüstung auf Wunsch eines ganz besonderen Kunden machte es möglich.

Bis dahin war er ein ausgemusteter Renn- und Versuchswagen. Modifiziert durch Porsche und halbwegs straßentauglich gemacht, war er seit dem 29. April 1975, mit einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h, der vermutlich schnellste Straßenwagen der Welt. (Bild:  Porsche AG)
Bis dahin war er ein ausgemusteter Renn- und Versuchswagen. Modifiziert durch Porsche und halbwegs straßentauglich gemacht, war er seit dem 29. April 1975, mit einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 360 km/h, der vermutlich schnellste Straßenwagen der Welt.
(Bild: Porsche AG)

Es war ein mutiges Abenteuer, angetrieben von der Leidenschaft eines Privatbesitzers und realisiert von einem engagierten Porsche-Team: die Umrüstung eines 917 Rennfahrzeugs in der „Kurzheck“-Ausführung für den Betrieb auf öffentlichen Straßen. Der Auftrag kam vom italienischen Geschäftsmann und Martini-Erben Gregorio Rossi di Montelera – auch bekannt als „Graf Rossi“ und langjähriger Sponsor des Porsche-Motorsports. Dem ambitionierten Projekt angemessen endete die erste Testfahrt nicht nach einer kurzen Runde in näherer Umgebung, sondern erst hunderte Kilometer später in Paris. Das Auto – ein Porsche 917 mit der Chassis-Nummer 30 – wurde ursprünglich im Rennsport eingesetzt und für den Straßeneinsatz mit einer Reihe von Änderungen versehen. Manche waren per Gesetz vorgeschrieben, andere kamen auf Wunsch des Besitzers.

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Das Fahrzeug wurde in der Farbe Martini Silber lackiert und unterschied sich von der Rennversion unter anderem durch Endschalldämpfer, zusätzliche Außenspiegel und Seitenblinker. Zudem wurde er mit einer Hupe ausgestattet. Der vorgeschriebene Ersatzreifen wurde unter der Haube untergebracht. Im Innenraum gab es ein paar Zugeständnisse an den Fahrkomfort. Während Dachhimmel, Türen und Armaturenbrett mit Alcantara versehen wurden, bekamen die beiden Sitze (Vorschrift für Langstrecken-Rennwagen dieser Zeit) einen Bezug mit hellbraunem Leder – geliefert von der französischen Marke Hermès.

US-Kennzeichen für Italiener in Frankreich

Der Schaltknauf besteht analog zum Rennwagen aus Holz, und selbst der gelochte Schlüssel wurde beibehalten. Das Fahrzeug trug ursprünglich ein Kennzeichen des US-Bundestaats Alabama, das von Graf Rossi beschafft wurde. Dort sah man den Porsche allerdings nie fahren. Es heißt sogar, dass der Wagen nur unter der Voraussetzung den Segen der dortigen Behörde erhielt, dass er dort niemals auftaucht. Warum gerade Alabama? Ganz einfach: Weil Autos, die dort die Anforderungen an Kleinserienfahrzeuge erfüllten, anders als in Frankreich, ihren Insassenschutz nicht in Form eines Aufpralls auf eine Wand nachweisen mussten – kein Land in Europa wollte bereits seinerzeit auf einen solchen Nachweis verzichten.

Heute wird das Auto weiterhin von seinem aktuellen Besitzer auf den Straßen von Südfrankreich bewegt. Aktuell in England zugelassen, wurde es kürzlich restauriert, behielt aber die originale Lackfarbe sowie das Interieur bei. Der einzigartige Spirit, der vor 50 Jahren eine Straßenversion des 917 ermöglichte, ist auch heute noch lebendig bei Porsche. Und während die Nachfolger des 917 heute auf den Rennstrecken dieser Welt Erfolge feiern, kommt die Frage in den Sinn: Was wäre wenn...?

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