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Zentralverband für Karosserie- und Fahrzeugtechnik Corona dämpft die Ausbildungsbereitschaft

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Die Corona-Krise veranlasst viele K&L-Betriebe dazu, im Herbst weniger auszubilden. Das zeigt eine Umfrage des ZKF unter seinen Mitgliedsbetrieben. Ob trotz oder wegen Corona: Viele Unternehmer setzen dennoch weiter auf die Nachwuchsförderung.

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Weniger Ausbildungsplätze im Herbst: Viele K&L-Betriebe wollen wegen der Corona-Krise weniger neue Ausbildungsverträge abschließen.
Weniger Ausbildungsplätze im Herbst: Viele K&L-Betriebe wollen wegen der Corona-Krise weniger neue Ausbildungsverträge abschließen.
(Bild: »Fahrzeug+Karosserie»/ Wenz)

Die Coronakrise sorgte vor allem im Frühjahr für Ruhe auf den Straßen und damit auch für leere Auftragsbücher bei den K&L-Betrieben. Welche weiteren Folgen die Krise für die Betriebe hat, wollte der Zentralverband für Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) mit einer Umfrage zur Ausbildung von Fachkräften in Karosserie- und Lackierfachbetrieben herausfinden – und hat dafür 142 seiner Mitgliedsbetriebe befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Betriebe wegen Corona im kommenden Jahr weniger ausbilden wollen. Andere hingegen bleiben ihrem Ausbildungskurs treu oder geben sogar noch Gas.

Grundsätzlich zeigte die ZKF-Umfrage ein hohes Engagement beim Thema Ausbildung. So gaben gut 96 Prozent der befragten Betriebe an, junge Mitarbeiter auszubilden. Dabei entfallen nach Angaben der Betriebe mit deutlichem Abstand die meisten Lehrstellen auf die Ausbildungsberufe Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker mit der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik sowie Fahrzeuglackierer mit insgesamt 355 Lehrstellen.

Deutlich weniger Auszubildende gibt es für den Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik sowie Kaufmann für Büromanagement. Hier befinden sich bei den befragten Betrieben aktuell insgesamt 88 junge Menschen in Ausbildung. Lediglich zwei Azubis erlernen den Beruf des Metallbauers Fachrichtung Nutzfahrzeugbau.

Die Hälfte der Ausbildungsbetriebe zeigt sich unbeeindruckt

Auf die Frage, ob die Betriebe planen, auch für das kommende Ausbildungsjahr neue Auszubildende einzustellen, gaben knapp 50 Prozent an, dies in gleichem Maß wie in den Vorjahren tun zu wollen. Fünf Prozent wollen sogar mehr als zuvor ausbilden.

Allerdings zeigen sich gleichzeitig aufgrund der Coronakrise viele Betriebe deutlich vorsichtiger beim Thema Ausbildung. So erklärten gut 17 Prozent der Befragten, dass sie zwar planen auszubilden, jedoch weniger als in den Jahren zuvor. Rund 26 Prozent wollen sogar für das kommende Ausbildungsjahr aufgrund der Corona-Pandemie gar keine neuen Lehrverträge abschließen.

Übernahmen kaum betroffen

Ein sichtlich positiveres Bild zeigt sich hingegen bei den Übernahmen ausgelernter Azubis. Für gut 86 Prozent der befragten Betriebe ändert Corona nichts an ihren Entscheidungen, ob sie Auszubildende übernehmen oder nicht. Dennoch gaben auch hier 13,6 Prozent der Befragten an, weniger Azubis übernehmen zu wollen als in den Vorjahren.

Einen umfassenden Bericht zu den Ergebnissen der ZKF-Umfrage gibt es in der Juli-Ausgabe der »Fahrzeug+Karosserie«.

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