Sachverständigenhonorare Gutachten-Kosten nach BVSK-Leitfaden

Autor / Redakteur: Autorechtaktuell.de / Marion Fuchs

Das Amtsgericht Trier beurteilt die Höhe von Sachverständigenhonoraren nach dem Honorarleitfaden des BVSK. Trotz eines gewissen Spielraums sind diese Werte ein zuverlässiger und plausibler Leitfaden – sowohl für die Sachverständigen als auch für die Rechtsprechung.

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Die vom BVSK ermittelten Honorarwerte sind ein plausibler Leitfaden für die Sachverständigen und die Rechtsprechung.
Die vom BVSK ermittelten Honorarwerte sind ein plausibler Leitfaden für die Sachverständigen und die Rechtsprechung.
(Bild: Wenz)

Auch das Amtsgericht (AG) Trier legt in seinem Urteil AZ: 32 C 12/18 vom 09.03.2018 den Rahmen einer Pauschalierung von Sachverständigenhonoraren nicht fest. In seiner Beurteilung eines – gemessen an der Schadenhöhe – maßvollen Honorars wird auf die Honorarbefragung des BVSK zurückgegriffen. Trotz eines gewissen Spielraums im Honorarkorridor bleiben die vom BVSK ermittelten Werte ein zuverlässiger und plausibler Leitfaden – sowohl für die Sachverständigen als auch für die Rechtsprechung.

Hintergrund

Vorliegend streiten die Parteien um die Erstattung der Sachverständigenkosten. Die Klägerin begehrt von der beklagten Versicherung die volle Übernahme der Gutachterkosten. Die Beklagte trägt Ihrerseits vor, dass angesichts eines Wiederbeschaffungswerts von 9.600,00 € die Kosten für das erstellte Gutachten in Höhe von 1.149,44 € nicht gerechtfertigt und zu hoch seien.

Aussage

Nach Ansicht des Gerichts ist die Klage zulässig und vollumfänglich begründet, wodurch die Beklagte zur Zahlung der gesamten Kosten des Gutachtens in Höhe von 1.149,44 € verpflichtet ist.

Die noch immer aktuelle Auffassung des BGH vom 23.01.2007 (NJW 2007,1450), wonach ein in Relation zur Schadenhöhe zu zahlendes Sachverständigenhonorar grundsätzlich erstattungsfähig ist, wird durch das AG Trier bestätigt. Das eine angemessene Pauschalierung durch den BGH offengelassen wurde, steht dem Klagebegehren nicht entgegen.

„Da die Beklagte nach Ihrem eigenen Vorbringen nach dem BVSK und sich die vom Ingenieurbüro berechneten Gebühren ( = Grundhonorar, Fahrtkosten, 1. Fotosatz, Schreibkosten pauschal, Nutzungsentgelt Lichtbilder und Porto/Telefon pauschal) im Rahmen dessen bewegen, was auch BVSK-Mitglieder berechnen, ist die Rechnung insoweit nicht zu beanstanden.“

Unter Berücksichtigung der dem Gericht vorliegenden Honorarbefragung des BVSK der Jahre 2013 und 2015 ist ersichtlich, dass das beauftragte Ingenieurbüro das Grundhonorar zwar an der oberen Grenze, sehr wohl jedoch im Rahmen des BVSK abrechnet.

Auch könne die Beklagte gegenüber der Klägerin nicht einwenden, dass die Kosten für das erstellte Gutachten unangemessen und überhöht waren. Ein solcher Einwand kann lediglich von den Vertragsparteien vorgetragen werden. Da zwischen der Beklagen und dem Ingenieurbüro aber kein vertragliches Verhältnis besteht, ist ein Einwand diesbezüglich nicht möglich. In diesem Zusammenhang könne auch dem Geschädigten hier kein Vorwurf gemacht werden, weil von ihm nicht verlangt werden kann, vor Beauftragung eines Gutachtens mehrere Vergleichsangebote einzuholen (vgl. BGH, NJW 2014, 1947).

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