Kfz-Sachverständigen Forum 2019

Haftungsgrund Gutachten

| Autor: Konrad Wenz

Rechtsanwalt Elmar Fuchs moderierte das Sachverständigen Forum in Würzurg.
Rechtsanwalt Elmar Fuchs moderierte das Sachverständigen Forum in Würzurg. (Bild: Stefan Bausewein)

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Je mehr technischer Sachverstand in ein Gutachten einfließt, umso schwieriger wird es, einzelne Positionen aus dem Gutachten zu kürzen. Elmar Fuchs, Geschäftsführer von Autorechtaktuell.de und Moderator des Kfz-Sachverständigen Forums in Würzburg appellierte damit an die 210 Teilnehmer der Veranstaltung, sich eingehend mit den Inhalten ihrer Gutachten auseinanderzusetzen.

Fuchs stellte im Vogel Convention Center einige Textbausteine vor, die Sachverständige künftig für ihre Gutachten nutzen sollten. Diese reichten von der erforderlichen Demontage von Bauteilen bis hin zur Reinigung des Fahrzeugs – alles Positionen, die im Schadengutachten ihren Niederschlag finden sollten, und die letztlich von der Versicherung auch bezahlt werden müssten. Neue Formulierungen beziehungsweise Textbausteine seien aufgrund der Komplexität der Gutachten notwendig gewesen. Fuchs bemängelte in diesem Zusammenhang, dass vielen Sachverständigen die sogenannte IFL-Liste nicht bekannt ist. Diese Liste enthält Reparaturpositionen, die zwar für eine Fahrzeuginstandsetzung benötigt werden, aber in den Herstellervorgaben nicht aufgeführt sind.

„Je genauer der Sachverständige das Gutachten fasst, umso mehr kann er sein Haftungsrisiko senken“, führte Fuchs aus. kaum ein Beruf bewege sich so nahe an den Ansprüchen Dritter, wie der des Kfz-Sachverständigen, ergänzte der Rechtsanwalt. Tatsächlich sei in den vergangenen Jahren die Zahl der Verfahren gegen Sachverständige dramatisch gestiegen.

Jochen Pamer, Rechtsanwalt und ebenfalls Geschäftsführer von Autorechtakuell.de, sowie Elmar Fuchs gingen auf die Haftung der Sachverständigen bei gerichtlich bestellten und bei außergerichtlichen Gutachten ein. Insbesondere bei gerichtlich bestellten Gutachten gebe es bestimmte Haftungsvoraussetzungen, beispielsweise dass das Gutachten grob fahrlässig beziehungsweise vorsätzlich fehlerhaft erstellt wurde.

Wie schwierig es ist, ein vollumfängliches Gutachten zu erstellen, zeigte der K&L-Unternehmer Norbert Steufmehl aus Jülich auf. Er hatte einige Beispiele dafür mitgebracht, dass es infolge problematischer Kalkulationsdaten in den Kalkulationssystemen zu fehlerhaften Gutachten kommen könne.

Jochen Pamer erläuterte zudem noch auf die Tücken des Rechtsdienstleistungsgesetzes, und der GTÜ-Justitiar Dr. Frederik Schmidt behandelte die strafrechtlichen Aspekte der Tätigkeit von Prüfingenieuren und Kfz-Sachverständigen. Letztlich behandelte der ZDK-Geschäftsführer Ulrich Dilchert die Haftungsrisiken der Sachverständigen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht. Er machte die Teilnehmer darauf aufmerksam, welche Aussagen in der Werbung erlaubt sind, und welche nicht. So sei die Werbeaussage „Mitglied im Berufsverband“ dann gestattet, wenn der Verband genau bezeichnet würde, beispielsweise BVSK. Aussagen wie „Gerichtssachverständiger“ oder „vom Gericht vereidigter Sachverständiger“ seien unzulässige Bezeichnungen. „Alles was Sie in der Werbung behaupten, muss auch wahr sein“, betonte Dilchert.

Lesen Sie die ausführliche Berichterstattung in der kommenden Ausgabe des »Kfz-Schadenmanager« (2/2019).

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