ZKF-Branchentreff 2019

Herausforderung Karosserie-Leichtbau

| Redakteur: Konrad Wenz

Mit insgesamt zehn Verfahren setzt Porsche die Karosserie des neuen 911 zusammen.
Mit insgesamt zehn Verfahren setzt Porsche die Karosserie des neuen 911 zusammen. (Bild: Porsche)

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Viel Leichtbau im neuen 911er: Porsche hat das Gewicht des Karosserie-Rohbaus um sieben Prozent gegenüber dem Vorgängermodell gesenkt. Die Mischbauweise aus mehr Aluminium, weniger Stahl und neuen Verbundwerkstoffen mache den Sportwagen nicht nur leichter, sondern auch stabiler, steifer und sicherer, berichtet der Hersteller. Zugleich stellt stellt sie Reparaturbetriebe vor neue Herausforderungen.

„Neue Fahrzeugtechnologien erfordern im Falle eines Schadens neue Diagnose- und Instandsetzungsverfahren. Denn durch die neuen Materialien und Fügeverfahren wird auch die Reparatur anspruchsvoller. Erfolgt die Diagnose beim konventionellen Stahlbau mittels Messlehren auf der Richtbank, wird beim Multi-Material-Mix digital vermessen – mit nur sehr geringen Messtoleranzen. Auch ist das Schweißen nicht mehr das führende Fügeverfahren. Es wird zunehmend vom Kleben und Nieten abgelöst“, berichtet Tobias Gottfried-Kremp, von der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Er wird zum Thema Leichtbau und die Auswirkungen auf die Reparaturtechnik auf dem ZKF-Branchentreff am 24. / 25. Mai in Esslingen referieren.

Beispielsweise setzt der Stuttgarter Fahrzeughersteller in der A-Säule erstmals eine Hybridkonstruktion aus Kunststoffen für den Insassenschutz bei Überschlägen ein. Diese Technik ersetzt die bisherige Rohrverstärkung aus hochfestem Stahl. Sie verringert das Gesamtgewicht um 2,7 Kilogramm und senkt den Schwerpunkt ab.

Das Komposit-Bauteil besteht aus drei Komponenten: einem so genannten Organoblech, zusätzlichen Spritzguss-Rippen und einem Strukturschaum. Organobleche sind vorgefertigte, hochstabile Halbzeuge aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Für den Einsatz im 911 Cabriolet wird ein solches Blech in einem mehrstufigen Prozess zugeschnitten und umgeformt. Im gleichen Prozessschritt erhält es eine gerippte Auflage aus Kunststoff-Spritzguss.

Darüber hinaus gibt es in Esslingen Vorträge zu den Themen SOS-Rechnungskürzung, Regulierungsverhalten der Versicherer, Digitalisierung, WLTP und Reach. Die Abendveranstaltung führt die Teilnehmer zurück in die 70er und eine große Fachausstellung rundet die Veranstaltung ab.

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