Transportermarkt Konjunkturbremse Corona

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Das Transportergeschäft war mit Vollgas in das Jahr 2020 gestartet, wurde dann aber abrupt ausgebremst. Jetzt zeigt sich: Auch wenn alle Hersteller gleichermaßen auf eine harte Probe gestellt wurden, gibt es nicht nur Verlierer.

Der Transit erwies sich für Ford als Stütze in den verkaufsschwachen Lockdown-Monaten.
Der Transit erwies sich für Ford als Stütze in den verkaufsschwachen Lockdown-Monaten.
(Bild: Ford)

Anfang des Jahres sah alles danach aus, als dürfte sich der Großteil der Transporterhersteller auf ein weiteres Rekordjahr freuen: Die Auftragsbücher waren gut gefüllt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gaben dank einer robusten Binnenwirtschaft keinen Anlass zur Sorge. Im Februar verzeichnete der Marktforschungs- und Flottenspezialist Dataforce einen Zuwachs von 2,8 Prozent im Transportermarkt. Doch dann kam der März: Corona-bedingt brachen die Neuzulassungen um 24,3 Prozent ein, im April gaben sie um 52,8 Prozent nach, im Mai um 37,1 Prozent. Im Juli kam dann die Wende: Der Absatz drehte wieder ins Plus. Die V-förmige Entwicklung ist Benjamin Kibies von Dataforce zufolge auf drei Hauptfaktoren zurückzuführen: Zur ungebrochen hohen Nachfrage nach
Wohnmobilen und der starken Lieferdienst-Branche gesellten sich starke Nachholeffekte, die vor allem den Produktionsausfällen der letzten Monate geschuldet seien.

Wohnmobilboom schönt die Transporterzahlen

Kumuliert gaben die Neuzulassungen von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum starken Vorjahreszeitraum um 19,6 Prozent nach. Mit 278.030 Einheiten habe der Transportermarkt auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Jahr 2016 gelegen, so Kibies. Auffallend ist dabei die Spreizung zwischen den unterschiedlichen Fahrzeugsegmenten: Während die Nachfrage nach privat und gewerblich genutzten Transportern in den ersten sieben Monaten des Jahres um 25,1 Prozent zurückging, stiegen die Verkaufszahlen für Wohnmobile um rekordverdächtige 20,9 Prozent. Ähnlich heterogen stellt sich die Entwicklung bei den gewerblichen Transporterkunden dar: Während die Postdienstleistungen und die Güterbeförderung von Januar bis Juli um 40 Prozent zulegten, sank die Nachfrage im Baugewerbe um 17,5 Prozent, im verarbeitenden Gewerbe ging der Markt sogar um 20 Prozent zurück.

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 Julia Mauritz

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Stv. Ressortleiterin