Frost & Sullivan

Marktanteil von Gigalinern soll wachsen

| Redakteur: Marion Fuchs

Durch den Einsatz von Gigalinern lassen sich Staus und Emissionen verringern. Zudem entstehenen niedrigere Kosten pro Tonne und eine zunehmende Frachtnachfrage.
Durch den Einsatz von Gigalinern lassen sich Staus und Emissionen verringern. Zudem entstehenen niedrigere Kosten pro Tonne und eine zunehmende Frachtnachfrage. (Bild: ACV)

Der Einsatz von Lang-Lkw, sogenannten Gigalinern, verspricht niedrigere Kosten pro Tonne und erhöhte Transportkapazität. Dennoch sind wichtige Fragen zur Verkehrssicherheit und den Auswirkungen auf Infrastruktur und Umwelt offen. Rechtliche Hindernisse und eine negative öffentliche Meinung haben einen wesentlichen Einfluss auf die mögliche Nutzung der Großlastwagen.

Trotzdem rechnet das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan in seiner aktuellen Studie Global Mega Trucks Market, Forecast to 2025 von 2016 bis 2025 der weltweite Marktanteil für Gigaliner voraussichtlich von 3,4 auf 5,7 Prozent für Schwerlast-Lkws ansteigen wird, und zwar bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10,6 Prozent.

„Die Digitalisierung und der autonome Güterfrachtverkehr werden eine wichtige Rolle spielen, was die Akzeptanz von Gigalinern angeht, da sie bessere Konnektivität und Sicherheitstechnologien bieten. Gigaliner haben größere Motoren und eine größere Ladekapazität, weshalb sie vor allem für Entwicklungsmärkte voraussichtlich Mehrwertfunktionen erfüllen werden“, erklärt Frost & Sullivan-Analyst Marshall Martin. „Die Gigaliner der Zukunft werden auf gemeinsamen Plattformen für ähnliche Märkte wie etwa China, Indien und Südamerika gebaut.“

Regionale Unterschiede sind zu beachten

In einzelnen Regionen ist das Marktwachstum stark von den Gesetzgebern und deren Vorschriften zu Infrastruktur, Umwelt, Gesellschaft und andere Verkehrsträgern verabschieden. Regional betrachtet, ist Australien der führende Markt bei der aktuellen Durchdringungsrate von Megatrucks. In Skandinavien dürfen die Megatrucks in allen Ländern und Regionen fahren, jedoch nicht die Grenze zu anderen europäischen Nachbarländern überschreiten. In Deutschland sind Gigaliner lediglich auf vereinzelten Strecken verschiedener Bundesländer erlaubt. In Spanien wurden Gigaliner vor kurzem mit besonderer Genehmigung auf bestimmten Strecken eingesetzt.

In Schweden werden derzeit Testläufe mit Lkws durchgeführt, die 32 Meter lang sind und 90 Tonnen wiegen. In Frankreich und Großbritannien wurden Testläufe durchgeführt, jedoch mit negativem Ausgang. Auf den Straßen Nordamerikas resultieren ein starkes Mandat und eine bestehende Infrastruktur voraussichtlich in einer steigenden Zahl Gigalinern. Die Wachstumsmärkte China und Indien werden voraussichtlich die derzeitigen Richtlinien, was Länge und Gewicht von Lkws angeht, langfristig geringfügig erhöhen und die Entwicklung der Infrastruktur wird zu einem wichtigen Faktor, was den zukünftigen Einsatz von Megatrucks in Indien angeht.

„Eine Zunahme an Gigalinern, von denen zwei Großlastwagen drei normale Lkw ersetzen können, hätte einen negativen Einfluss auf den Vertrieb von herkömmlichen Lkws und würde damit die Umsätze der OEMs beeinträchtigen,” erklärt Martin. „Diese Unternehmen sollten sich durch Investition oder den Erwerb solcher Unternehmen, die im Bereich Sicherheit, Leichtbau, Telematik oder mobiler Aggregation von Fracht tätig sind, alternative Einnahmequellen schaffen.”

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