Epoxidharze Preise für Lackrohstoffe steigen

Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Die Preise für Epoxid- und Polyesterharze sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Lieferengpässe belasten die Materialversorgung zusätzlich.

Firmen zum Thema

Der Rohstoffmarkt für Lacke und Farben ist unter Druck: Erhöhte Nachfrage und niedrigeres Angebot lassen die Preise steigen.
Der Rohstoffmarkt für Lacke und Farben ist unter Druck: Erhöhte Nachfrage und niedrigeres Angebot lassen die Preise steigen.
(Bild: Wenz)

Am Weltmarkt sind die Preise für bestimmte Lackrohstoffe zuletzt stark gestiegen. Das vermeldete in dieser Woche der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL). Demzufolge kletterten vor allem die Preise für Epoxidharze in den zurückliegenden beiden Monaten um bis zu 60 Prozent. Polyesterharze seien bis zu 45 Prozent teurer geworden.

Als Grund für diese Entwicklung sieht der VdL eine erhöhte Nachfrage nach den Rohstoffen in Asien und Europa. Vor allem durch die gute Konjunktur in Asien würden dort Rohstoffe für Lacke und Farben gebraucht. Dies führe dazu, dass die Materialien verstärkt zu hohen Preisen in China bleiben.

Steigende Transportkosten

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Preise für die Rohstoffe in die Höhe treibt, ist laut VdL ein weltweiter Mangel an Containern. Das bremse die Exporte nach Europa und mache die Transporte teuer.

Wie der Verband feststellt, würde die Situation zudem durch ein verknapptes Angebot an verfügbaren Epoxid- und Polyesterharzen verschärft. So seien beispielsweise Produzenten der Rohstoffe stark ausgelastet und von Störfällen betroffen.

Auswirkungen auf die deutsche K&L-Branche

Wie sich diese Situation auf die K&L-Betriebe in Deutschland auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten weisen. Eine kurzfristig gestellte Anfrage von »F+K« bei Zulieferern aus den Paint und Non-Paint-Segmenten für die Kfz-Instandsetzung, fällt vorsichtig optimistisch aus. So bestätigt beispielsweise Sika die Aussagen des VdL. Allerdings seien im Bereich Automotive Repair für das Unternehmen nur sehr wenige Produkte von den aktuellen Entwicklungen betroffen. Die Relevanz stuft Sika deshalb aktuell als niedrig ein.

Auch beim Reparaturlackhersteller BASF Coatings GmbH Autoreparaturlacke beobachtet man das derzeitige Marktgeschehen intensiv. Wie das Unternehmen erklärt, arbeite man eng innerhalb der eigenen Teams sowie mit den Partnern zusammen, um gemeinsam die derzeitigen Herausforderung zu meistern.

In einem Statement von PPG, erklärt der Lackhersteller, dass man die Kostenexplosion zum großen Teil durch den sogenannten "Continual Improvement Process CIP" kompensieren könne. So könne das Unternehmen trotz des Kostendrucks die Beschaffungs- und Herstellprozesse stetig optimieren. Der Hildener Lackhersteller will zudem nach eigenen Angaben nur den geringsten Teil der Preissteigerung an die Endkunden weitergeben, um notwendige Spielräume für die Weiterentwicklung von Produkten und digitalen Dienstleistungen sicherzustellen. PPG gibt seinen Partnerbetrieben zudem Entwarnung hinsichtlich möglicher Lieferengpässe: Diese seien nicht unmittelbar zu erwarten, da man vor dem Hintergrund der Pandemie frühzeitig sowohl Produktions- als auch Lagerkapazitäten hochgefahren habe, teilt das Unternehmen mit.

(ID:47046057)