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Firmenfahrzeug Reparatur auch außer Haus

| Autor / Redakteur: Autorechtaktuell.de / Marion Fuchs

In seinem Urteil vom 12.06.2019 befand das Amtsgericht Stuttgart über die Erstattung einzelner Schadenpositionen bei fiktiver Abrechnung bei einem Unfallschaden mit einem autohauseigenen Fahrzeug.

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Verunfallt ein werkstatteigenes Fahrzeug, ist der Betrieb nicht verpflichtet es selbst zu reparieren.
Verunfallt ein werkstatteigenes Fahrzeug, ist der Betrieb nicht verpflichtet es selbst zu reparieren.
(Bild: Rubbel/»kfz-betrieb«)

Nach Ansicht des Amtsgerichts Stuttgart (AZ: 41 C 1024/19 vom 12.06.2019) ist ein Autohaus als Geschädigter nicht dazu verpflichtet, ein beschädigtes Fahrzeug auch in der hauseigenen Werkstatt reparieren zu lassen. Insbesondere muss sie sich bei einer Schadenabrechnung auf Gutachtenbasis keinen eventuellen Ersatzteilrabatt anrechnen lassen. Verbringungskosten und UPE-Aufschläge sind bei einer fiktiven Abrechnung dann zu erstatten, wenn sie ortsüblicherweise anfallen.

Hintergrund

Die Parteien streiten um restlichen Schadenersatz nach einem Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug der Klägerin (Autohaus) beschädigt wurde. Die Klägerin rechnet den Schaden fiktiv auf Gutachtenbasis ab. Die Reparaturkosten für den beschädigten Neuwagen belaufen sich auf 7.622,50 Euro.

Der beklagte Haftpflichtversicherer regulierte lediglich 6.601,95 Euro. Er kürzte die Positionen UPE-Aufschläge, Ersatzteilkosten und Verbringungskosten. Dagegen richtet sich die Klage.

Aussage

Nach Ansicht des erkennenden Gerichts erfolgten die Kürzungen zu Unrecht.

Dabei kann es dahinstehen, ob die Klägerin als Autohaus Ersatzteile verwenden kann, auf die sie einen Nachlass von 15 Prozent bekommt, weil die Klägerin nicht zu einer Reparatur des Fahrzeugs im eigenen Haus verpflichtet ist.

Dass sie auch in einem anderen Autohaus einen Rabatt von 15 Prozent auf die Ersatzteile erhalten könnte, steht nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht fest. Damit ist die Kürzung um 542,43 Euro zu Unrecht erfolgt.

Außerdem kann die Klägerin auch die Verbringungskosten verlangen. Diese sind ortsüblich.

Auch die UPE-Aufschläge von 116,50 Euro sind zu erstatten. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme verlangen die Autohäuser in der Region der Klägerin ortsüblich einen Ersatzteilaufschlag in Höhe von 12 Prozent auf die unverbindliche Preisempfehlung.

Danach ist die Klage vollumfänglich begründet.

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