Scania So funktionieren elektrifizierte Straßen

Redakteur: Birgit Rüdel

Kein CO2-Fußabdruck, leisere Fahrzeuge, ausgezeichnetes Fahrverhalten und keine Abgase: Das kontinuierliche Aufladen entlang der Elektrostraßen birgt ein enormes Potenzial für den Schwerlastverkehr.

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Fährt der Lkw auf eine elektrifizierte Spur, erkennen das die Sensoren und der Pantograf fährt aus und legt sich an der Oberleitung an.
Fährt der Lkw auf eine elektrifizierte Spur, erkennen das die Sensoren und der Pantograf fährt aus und legt sich an der Oberleitung an.
(Bild: Scania CV AB)

Noch vor wenigen Jahren war der Gedanke an elektrisch betriebene Fernverkehr-Lkw, die sich eine normale Autobahn mit Pkw teilen, eine Zukunftsvision. Mittlerweile gibt es in Europa mehrere Projekte zur Prüfung und Bewertung dieser sauberen, sicheren und effizienten Technologie.

Ablauf des Spurwechsel zur und weg von der Oberleitung.
Ablauf des Spurwechsel zur und weg von der Oberleitung.
(Bild: Scania CV AB)

Auf einer dicht befahrenen Autobahn nähert sich ein Hybrid-Lkw (Plug-in-Hybrid, PHEV) mit Auflieger einem längeren Streckenabschnitt mit Strommasten auf der rechten Seite. Die Fahrzeugsensoren erkennen, dass die Fahrspur nun mit einer elektrischen Fahrleitung ausgestattet ist. Der Fahrer betätigt daraufhin einen Schalter, um den auf dem Dach des Fahrerhauses befindlichen Pantografen auszufahren. Innerhalb von Sekunden herrscht im Fahrerhaus nahezu vollkommene Stille: Der Verbrennungsmotor wurde ausgeschaltet und das Fahrzeug wird nun vom Elektromotor betrieben.

Eine saubere, sichere und effiziente Technologie

Regierungen und Behörden in Deutschland, Italien und Schweden beteiligen sich aktiv an Forschungsprojekten mit dem Ziel, eine elektrifizierte Infrastruktur ins Leben zu rufen, die Teile des europäischen Autobahnnetzes mit dieser grünen Technologie versorgen kann.

Scania ist der Ansicht, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis der Wendepunkt erreicht ist, an dem sich die Elektrifizierung des Güterverkehrs zu einer rentablen Investition für Verkehrsbetriebe entwickeln wird. Der Hersteller verfolgt darüber hinaus aber auch noch andere und unmittelbarere Wege hin zu einem nachhaltigen Transportsystem und investiert kräftig in die Entwicklung elektrifizierter Lösungen, wie z. B. Hybridtechnologie, batterieelektrische Fahrzeuge oder Brennstoffzelle.

So vereinen sich Fahrzeug und Leitung

Der Fahrer fährt auf eine elektrifizierte Fahrspur auf. Ein Sensor erkennt, ob die Fahrspur mit einer elektrischen Fahrleitung ausgestattet ist. Bis jetzt ist der Lkw mit Verbrennungsmotor gefahren. Nun fährt der Fahrer den Pantograf aus. Sobald diese Verbindung zustande gekommen ist, überträgt der Pantograf die Energie der Oberleitung direkt an den Elektromotor und lädt gleichzeitig die Batterie auf. Während des Bremsvorgangs wird der Energiefluss umgekehrt, wodurch Strom erzeugt wird, der die Fahrzeugbatterie auflädt (Rekuperation).

Während des Überholens oder wenn der Lkw am Ende einer elektrifizierten Strecke angekommen ist, wird der Pantograf wieder eingefahren. Der Elektromotor läuft so lange wie möglich noch mit Batteriestrom weiter. Nach dem Überholmanöver kann der Fahrer wieder auf den elektrifizierten Fahrstreifen zurückkehren.

Der Oberleitungs-Lkw von Scania

Der Scania Oberleitungs-Lkw besitzt einen Hybridantrieb mit Li-ion Batterie (18,5kWh – nutzbare Energie 7,4kWH) und einem 130 kW starken Elektro-Motor. Seine Reichweite beträgt im reinen Batteriemodus etwa zehn bis 15 km. Für den Alltagsbetrieb nutzt er seinen 430 PS 13-Liter-Diestelmotor und verfügt über Scania Opticruiese, ein automatisiertes Getriebe.

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