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...und noch ein Urteil zur Rechnungskürzung

| Redakteur: Redaktion Fahrzeug + Karosserie

Rechnungskürzungen und kein Ende: Das Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 17.08.2015, AZ: 31c C 244/15, hat sich ausführlich mit der BGH-Rechtsprechung im Haftpflichtschadensfall auseinandergesetzt.

Im vorliegenden Fall ging es um Sachverständigenkosten sowie Kosten für die Fahrzeugvermessung, die gekürzt worden waren. Das Amtsgericht Hamburg nimmt auf die Entscheidung des BGH vom 22.07.2014 Bezug, wonach Sachverständigenkosten nach einem Verkehrsunfall nur dann nicht erstattungsfähig sind, wenn die mit den Sachverständigen vereinbarten oder von diesen berechneten Preise für den Geschädigten erkennbar erheblich über den üblichen Preisen liegen. Es gehe letztlich stets um den tatsächlichen Aufwand, der in Rechnung gestellt wird. Danach sind Aufwendungen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte, zu erstatten. Im vorliegenden Fall galt das sowohl für die Erstattung von Sachverständigenkosten als auch für die Kosten einer Fahrzeugvermessung. Auch diese gehören zu den ggf. erforderlichen Nebenkosten und sind vom Schädiger zu erstatten. 

Zu beachten ist jedoch, dass die Rechtsprechung sich auf Haftpflichtschäden bezieht. Auch im Kaskoschaden wird zwar von der Erforderlichkeit der Reparaturkosten einschließlich der Nebenkosten ausgegangen, vertragsrechtlich kann der Versicherer mit dem Versicherungsnehmer jedoch Einschränkungen vereinbaren. Dieser Unterschied sollte stets von den Werkstätten und Fachbetrieben berücksichtigt werden.

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