Automechanika 2026 Viel mehr als nur eine Messe

Von Konrad Wenz 5 min Lesedauer

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Die Weltleitmesse des Automotive Aftermarkts entwickelt sich zur internationalen Innovations- und Wissensplattform. Vom 8. bis zum 12. September 2026 stehen neue Formate, eine stärkere Einbindung der Fahrzeughersteller und Themen wie Digitalisierung, Robotik, neue Fachforen sowie Praxisworkshops im Fokus.

Olaf Mußhoff, Director Automechanika Frankfurt, und Dr. Ann-Katrin Klusak, Director Marketing Communications stellten der internationalen Fachpress einige Highlights der Automechanika 2026 vor.(Bild:  Wenz)
Olaf Mußhoff, Director Automechanika Frankfurt, und Dr. Ann-Katrin Klusak, Director Marketing Communications stellten der internationalen Fachpress einige Highlights der Automechanika 2026 vor.
(Bild: Wenz)

Vom 8. bis 12. September wird Frankfurt erneut zum Treffpunkt des internationalen Automotive Aftermarkets. Mehr als 4.400 Aussteller aus über 80 Ländern präsentieren ihre Innovationen für die Aftermarketbranche. Damit wächst die Automechanika auch in diesem Jahr wieder: Die Messeverantwortlichen erwarten ein vollständig ausgebuchtes Messegelände und einen Zuwachs von rund fünf Prozent gegenüber der Automechanika 2024. Gleichzeitig baut die Messe Frankfurt die Automechanika konsequent zu einer Wissens- und Netzwerkplattform aus. Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, erklärte anlässlich der Automechanika Konferenz für die Fachpresse: „Die Erfolgsgeschichte der Automechanika Frankfurt geht weiter.“ Auf rund 300.000 Quadratmetern präsentieren Hersteller, Zulieferer, Werkstattausrüster, Softwareunternehmen und Dienstleister Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette des Aftermarkets. Für Detlef Braun, Geschäftsführer ist dies gerade angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein deutliches Signal: Die Automechanika stärke als internationale Messemarke Resilienz und Marktpräsenz der Branche.

Der Automotive Aftermarket bleibt der Wachstumstreiber der Kfz-Branche. Nach Prognosen von Frost & Sullivan wächst der weltweite Automotive Aftermarket 2026 um 5,8 Prozent auf rund 542 Milliarden US-Dollar. Dieses Wachstum würde demnach vor allem durch alternde Fahrzeugbestände, aufgeschobene Wartungsarbeiten und die Expansion in Schwellenmärkten getragen – weniger durch Neufahrzeugverkäufe. Gleichzeitig steigt der globale Fahrzeugbestand auf etwa 1,58 Milliarden Fahrzeuge. Fahrzeuge bleiben länger im Einsatz, wodurch Wartung, Reparatur und Modernisierung weiter an Bedeutung gewinnen. Für Karosserie- und Lackierbetriebe entstehen gleichzeitig neue Geschäftsfelder. Elektromobilität, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Reparaturprozesse ebenso wie Diagnose, Kalkulation und Serviceangebote.

Von der Weltleitmesse zum globalen Ökosystem

Für die Messe Frankfurt ist diese Entwicklung Anlass, die Automechanika strategisch weiterzuentwickeln. Die Marke umfasst inzwischen 16 internationale Veranstaltungen und soll künftig weit mehr sein als eine zweijährliche Fachmesse. Ziel ist ein globales Ökosystem aus Messen, Weiterbildungsangeboten, digitalen Informationsplattformen und einer internationalen Fach-Community. Michael Johannes, Vice President Mobility & Logistics der Messe Frankfurt, beschrieb vier zentrale Säulen der zukünftigen Ausrichtung: Innovation, Transformation, Nachhaltigkeit sowie Aus- und Weiterbildung. Ergänzt würde dies durch neue Networking-Formate und Beteiligungsmöglichkeiten, die den Austausch zwischen Industrie, Handel, Werkstätten und Dienstleistern fördern sollen.

Die technologische Transformation bildet den inhaltlichen Schwerpunkt der Automechanika 2026. Mit dem neuen Forum „HighTech4Mobility“ rücken Themen wie Software Defined Vehicles, autonome Fahrfunktionen und digitale Services in den Mittelpunkt. Wie Künstliche Intelligenz neue Wertschöpfungspotenziale im Aftermarket erschließen kann, diskutieren unter anderem Vertreter von Google Cloud und der Boston Consulting Group.

Auch Robotik gewinnt zunehmend an Bedeutung. Tobias Liebelt, CEO Benteler Mobility, zeigt anhand aktueller Entwicklungen auf, wie automatisierte Prozesse künftig Produktion und Werkstatt verändern werden. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels dürften automatisierte Arbeitsabläufe in vielen Betrieben künftig unverzichtbar werden. Für Karosserie- und Lackierbetriebe dürfte auch der „Schadentalk: Road to Future – wer setzt sich im Schaden Business durch?“ am 11. 09. 2026 interessant werden. Vertreter von Versicherungen, Schadensteuerern, Lackherstellern, Verbänden und Technologieunternehmen diskutieren hier über Künstliche Intelligenz in der Schadenregulierung, nachhaltige Reparaturkonzepte sowie den zunehmenden Einsatz von Automatisierung und Robotik im Reparaturprozess. Damit greift die Messe genau jene Themen auf, die die Betriebe bereits heute im Werkstattalltag beschäftigen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aus- und Weiterbildung. Die Automechanika Academy bietet kostenlose, zertifizierte Praxis-Workshops zu Schadenkalkulation, Fahrzeugvermessung, modernen Instandsetzungstechniken, Oberflächenvorbereitung, Lackierung, ADAS-Diagnose und alternativen Antrieben. „Neu ist, dass wir das gesamte Angebot auch nach den Messetagen frei zugänglich machen“, erläuterte Olaf Mußhoff, Director Automechanika Frankfurt. Die Messe entwickele sich damit zu einer ganzjährigen Wissensplattform, deren Inhalte weit über die eigentlichen Veranstaltungstage hinaus genutzt werden können.

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Den hohen Innovationsgrad der Branche dokumentieren auch die Automechanika Innovation Awards. Mit 185 Einreichungen wurde in diesem Jahr ein neuer Rekord erreicht. Die ausgezeichneten Produkte werden während der Messe in einer eigenen Sonderschau präsentiert.

OEMs kehren auf die Messe zurück

Ein wichtiges Signal sei zudem die Präsenz der Fahrzeughersteller. Über eine neue Kooperation mit dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) gewinne der markengebundene Aftermarket wieder deutlich an Bedeutung, führte Mußhoff aus. BMW präsentiere Lösungen entlang der gesamten Schaden- und Servicekette einschließlich Remanufacturing und zeige zusätzlich Exponate aus Motorsport und der BMW Art Car Collection. Stellantis stelle sich als Multibrand-Mobilitätsanbieter mit Angeboten entlang des gesamten Fahrzeuglebenszyklus vor. Ergänzt würde diese Kooperation durch den erstmals vergebenen „Automotive Aftersales Award“, der gemeinsam mit dem VDIK und AUTO BILD ausgelobt werde. Mehrere Fachforen widmen sich darüber hinaus den Themen markengebundener Aftersales, Flottenservice und Schadenmanagement.

Neben den klassischen Messehallen setzt die Automechanika 2026 auch auf erlebnisorientierte Formate. Im Future Mobility Park auf der Agora beispielsweise, lassen sich alternative Antriebe, Entwicklungsfahrzeuge von Hochschulen sowie neue Mobilitätskonzepte live testen. Die erstmals eingerichtete Automechanika Pit Lane verbindet Motorsporttechnik mit Innovationen aus dem Aftermarket und schlägt gleichzeitig die Brücke zwischen West- und Ostgelände. Im Experience Park stehen Offroad-Fahrzeuge, Caravan-Themen, Überschlagsimulatoren und weitere Outdoor-Aktivitäten im Mittelpunkt. Diese Formate verfolgen ein klares Ziel: Innovationen sollen nicht nur präsentiert, sondern unmittelbar erfahrbar werden. Gerade komplexe Zukunftstechnologien lassen sich auf diese Weise wesentlich anschaulicher vermitteln als in einer klassischen Produktausstellung.

Nachwuchs und Community im Fokus

Ebenso konsequent verfolgt die Messe neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung. Statt klassischer Berufsorientierung setzt sie auf E-Sport, Influencer, Supercars und interaktive Mitmachangebote, um junge Menschen zunächst emotional anzusprechen und anschließend für Berufe im Automotive Aftermarket zu begeistern.

Mit dem Automechanika Club schlagen die Veranstalter zudem ein weiteres neues Kapitel auf. Die kostenlose Plattform versteht sich als internationale Community für Fachleute der Branche. „Wir möchten neben unseren 16 Automechanika-Messen weitere Angebote schaffen, die unsere Messemarke emotional erlebbar machen,“ so Brandmanager Michael Johannes. Der neu gegründete Club bietet seinen Mitgliedern attraktive Benefits wie Rabatte bei zahlreichen Marken und Partnern, Vorteile bei Automotive-Events und Zugang zu besonderen Club-Events. Zur Automechanika Frankfurt 2026 profitieren Club-Mitglieder unter anderem vom kostenfreiem Messeeintritt, bevorzugtem Zugang über Fastlane-Eingänge sowie weiteren exklusiven Services und Angeboten rund um ihren Messebesuch. Die kostenlose Anmeldung ist ab sofort online möglich unter: automechanika-club.messefrankfurt.com.  (xx)

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