Umfrage Viele Deutsche lehnen Verbrennerverbot ab

Quelle: dpa/sp-x

Das EU-Parlament will ab Mitte des kommenden Jahrzehnts ein Verbrenner-Aus. Die Mehrheit der Menschen hierzulande ist Umfragen zufolge allerdings dagegen. Den Ausbau der Elektromobilität bremst zudem ein langsam wachsendes Ladenetz.

Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten hatte am Mittwoch für ein Verbrenner-Aus gestimmt.
Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten hatte am Mittwoch für ein Verbrenner-Aus gestimmt.
(Bild: gemeinfrei )

Viele Menschen in Deutschland lehnen Umfragen zufolge ein Verbot von Verbrennerautos ab. Wie der Fernsehsender „Welt“ am Freitag unter Berufung auf eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey berichtete, halten 57 Prozent ein Verbrennerverbot für falsch. 35 Prozent der Befragten sähen es hingegen als die richtige Entscheidung an. Die restlichen 8 Prozent seien unentschieden.

Das Meinungsforschungsinstitut You Gov kam bei einer Umfrage mit einer ähnlichen Frage zum Ergebnis, dass 51 Prozent der Deutschen den Beschluss des EU-Parlaments ablehnen. 37 Prozent befürworten hingegen die Entscheidung. 12 Prozent machten keine Angabe.

Eine Mehrheit der EU-Abgeordneten hatte am Mittwoch dafür gestimmt, dass Hersteller ab Mitte des kommenden Jahrzehnts nur noch Autos und Transporter auf den Markt bringen dürfen, die keine klimaschädlichen Treibhausgase ausstoßen. Bevor eine solche Regelung in Kraft treten kann, muss aber das Parlament noch mit den EU-Staaten darüber verhandeln.

Wenig Wechselbereitschaft

Im Vergleich zu anderen Ländern Westeuropas zeigen vor allem Autohalter in Deutschland jedoch geringere Bereitschaft, vom Verbrenner-Fahrzeug auf ein E-Auto oder einen Hybrid zu wechseln. In einer von den Beratungsfirmen Buljan & Partners sowie Pawlik Group veröffentlichten Studie gaben 24 Prozent der hierzulande befragten Autohalter an, innerhalb der nächsten drei Jahre auf ein E-Auto oder Hybrid umsteigen zu wollen.

In Frankreich (27 %), Großbritannien (29 %), Spanien (37 %) und Italien (45 %) war der Anteil der Wechselwilligen jeweils höher. Über alle Länder hinweg zeigten Frauen in der Studie weniger Interesse an E-Mobilität. Speziell in Deutschland war bei der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen das Interesse an E-Autos mit 34 Prozent aber besonders hoch.

Zahl der Ladestationen wächst zu langsam

Unterdessen hinkt der Ausbau von öffentlichen Ladepunkten nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) der wachsenden Zahl an Elektroautos in Deutschland weiter hinterher. Zum Stichtag 1. Mai kamen im Schnitt 22 E-Autos auf eine Ladesäule, wie der Verband am Freitag mitteilte.

Ein Jahr zuvor waren es demnach noch 17 Fahrzeuge pro Ladepunkt und Anfang Oktober 2021 waren es 21. Die zugrundeliegenden Daten stammen von der Bundesnetzagentur, die diese in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Über die VDA-Auswertung hatte zuvor der „Spiegel“ berichtet.

„Das Ziel der Bundesregierung von 15 Millionen Elektrofahrzeugen bis 2030 hat die Notwendigkeit eines ambitionierten Ausbaus der Ladeinfrastruktur weiter erhöht“, teilte VDA-Präsidentin Hildegard Müller der Zeitschrift mit. „Trotzdem geht der Ausbau viel zu langsam voran.“

2.000 neue Ladepunkte pro Woche nötig

Zwischen Mai 2021 und Mai 2022 sind laut VDA im Schnitt rund 57.000 Elektroautos pro Monat neu zugelassen worden. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte stieg im selben Zeitraum insgesamt um lediglich etwa 1.300 pro Monat. Dem Verband zufolge brauche es aber 2.000 neue Ladepunkte pro Woche, um das Ziel von einer Million bis 2030 zu erreichen.

Zwar hat sich der Statistik zufolge in den meisten Landkreisen und kreisfreien Städten die Zahl der öffentlichen Ladepunkte erhöht. In mehr als der Hälfte aller knapp 10.800 Gemeinden in Deutschland gebe es aber, Stand 1. Mai, keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt.

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