SAF-Holland Vorsicht bei Nachbau-Bremsscheiben

Autor / Redakteur: Markus Lauer / Slawa Schaub

SAF-Holland warnt vor dem Einbau von Nachbauprodukten seiner Integral-Bremsscheiben. Ein Prüfunternehmen habe bei einem Leistungstest signifikante technische Mängel an den Imitaten festgestellt.

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Äußerlich sehen sich die Originalbremsscheiben (Foto) und die Nachbauprodukte zum Verwechseln ähnlich.
Äußerlich sehen sich die Originalbremsscheiben (Foto) und die Nachbauprodukte zum Verwechseln ähnlich.
(Foto: SAF-Holland)

SAF-Holland empfiehlt, nur die Original-Integral-Bremsscheiben zu verwenden. In nicht autorisierten Nachbauprodukten, wie sie der unabhängige Teilemarkt bietet, sieht der Zulieferer ein Sicherheitsrisiko und warnt vor dem Einbau: Ein Prüfunternehmen hat bei einem Leistungstest signifikante technische Mängel an Nachbau-Bremsscheiben festgestellt.

Der Hintergrund: Verschiedene Firmen vermarkten seit geraumer Zeit einteilige Bremsscheiben, die sich im Austausch für die Original-­Bremsscheiben auf SAF-Holland-Achsen montieren lassen. Optisch fällt der Unterschied zwischen den zweiteiligen Original- und den einteiligen Nachbauteilen nur bei sehr genauer Betrachtung auf. Dennoch bestehen erhebliche qualitative Unterschiede in Material und Ausführung.

Ein wesentlicher technischer Unterschied ist: Die Nachbauprodukte sind aus einem einzigen Teil aus Grauguss gefertigt, während die Originalteile aus einem hochfesten Sphäroguss-Adapter und einem Reibring aus Grauguss bestehen, der in einem separaten Arbeitsschritt auf den Adapter gegossen wird. Bei den nachgebauten Produkten besteht kein Isolationseffekt zwischen Reibring und Adapter. Weil sich so die Temperatur in der Radnabe erhöht, kann die Radlagerung ausfallen.

Auch Art und Ort der Befestigung der Bremsscheibe an der Radnabe unterscheiden sich: Die Nachbauprodukte nutzen oft Durchgangsbohrungen im weicheren Grauguss-Material.

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