Studie Wie sieht eine europäische Ladeinfrastruktur für E-Lkw aus?

Redakteur: Tanja Schmitt

Elektro-Lkw sollen das Klima schützen. Doch die Nachfrage danach hängt auch von der Ladeinfrastruktur ab. Das Fraunhofer-Institut wollte wissen, wie es europaweit um das Ladenetz bestellt ist – und wo man am besten neue Ladesäulen aufstellt.

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Der E-Actros ist das neue Elektro-Zugpferd von Daimler.
Der E-Actros ist das neue Elektro-Zugpferd von Daimler.
(Bild: Daimler)

Mit Elektro-Lkw lässt sich der CO2-Ausstoß reduzieren. Da die Stromer häufig lange Strecken zurücklegen, ist eine gute Ladeinfrastruktur das A und O – und zwar europaweit. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat die vorhandenen Lkw-Ladesäulen unter die Lupe genommen – und daraus schlussgefolgert, wo man am besten neue aufstellt.

Der Status quo

Um künftige Standorte zu identifizieren, analysierte das Fraunhofer-Institut 30.000 Lkw-Haltestandorte. Dabei kam heraus, dass sich die meisten Halteorte in stark besiedelten Regionen in Mitteleuropa befinden. Dazu zählen vor allem wichtige Industriegebiete und Großstädte wie zum Beispiel Paris, Manchester, Berlin oder Frankfurt. Zudem befinden sich die Halteorte oft entlang europäischer Hauptverkehrsachsen. Außerdem liegen die Standorte für den Regionalverkehr meist nah an denen des Fernverkehrs. Das Fazit: Die Standorte für regionale Ladepunkte eignen sich somit auch für Fahrzeuge im Fernverkehr.

Die Studie liefert auch erste Hinweise bezüglich der Standortart: Bei etwa einem Drittel bis zur Hälfte handelt es sich um autobahnnahe Rastplätze, bei einem Viertel bis zu über einem Drittel um Firmenstandorte beziehungsweise wichtige logistische Standorte und bei ein bis fünf Prozent um Häfen und Fährterminals.

Anbindung an bestehende Infrastruktur ist wichtig

Die Standorte sollten laut Fraunhofer-Institut so gewählt sein, dass sie zum bestehenden Logistiknetz passen. Eine gute Anbindung an die vorhandene Infrastruktur des Lkw-Fernverkehrsnetzes sei wichtig. Und wie viele neue Standorte soll es überhaupt geben? „Einige hundert Standorte in großen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich, einige Dutzend Standorte für die meisten anderen europäischen Länder und weniger als zehn Standorte für kleinere Länder wie Luxemburg, Irland, Lettland, Kroatien oder Estland umfassen“, sagt der Studienkoordinator Dr. Patrick.

Über die Studie

Das Fraunhofer-Institut hat die Studie im Auftrag des europäischen Automobilherstellerverbandes erstellt. Die Studie basiert auf Daten von 400.000 Lkw-Haltepunkten und 750.000 Haltepunkten aus 35 europäischen Ländern.

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