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ZKF ZKF-Vorstand im Amt bestätigt

| Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Auf der Agenda der ZKF-Mitgliederversammlung standen unter anderem die Vorstandswahlen des Branchenverbands. Der engere Vorstand traf auf großen Zuspruch und wurde einstimmig wiedergewählt. Wegen der Corona-Krise fand die Versammlung erstmals virtuell statt.

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Vor der Leinwand verfolgten die anwesenden Personen gemeinsam mit den virtuellen Teilnehmern die Mitgliederversammlung.
Vor der Leinwand verfolgten die anwesenden Personen gemeinsam mit den virtuellen Teilnehmern die Mitgliederversammlung.
(Bild: ZKF)

Wahlen zum Engeren ZKF-Vorstand, ein verstärkter Einsatz für die Interessen der Fachbetriebe sowie der Bericht des ZKF-Präsidenten Peter Börner standen bei der ersten virtuellen ZKF Mitglieder-/Delegiertenversammlung in Friedberg im Mittelpunkt. Aufgrund der Entwicklungen in der Corona-Krise nahmen die Vielzahl der Delegierten des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) virtuell an der Versammlung teil.

ZKF-Präsident Peter Börner hob in seinem Bericht die zukünftig geplanten Kernaufgaben hervor, die eine konkrete Unterstützung und Problemlösungen in einer schwierigen Zeit den Mitgliedsbetriebe bieten sollen, da sich tiefgreifende Veränderungen schon heute in der Branche zeigen. Der Zentralverband setzt deshalb auf Kontinuität, ein klares Profil und zukunftsweisende Initiativen. Für diese Vielzahl an Herausforderungen benötigt der ZKF ein engagiertes und starkes Ehrenamt.

Wahlen zum ZKF-Vorstand

Einstimmig bestätigte die Mitglieder- /Delegiertenversammlung Peter Börner als ZKF-Präsidenten für eine vierte Amtszeit. Auch die Vizepräsidenten Claus Evels, Ulrich Schäfer und Detlev Thedens wählten die Mitglieder erneut in den geschäftsführenden Vorstand. Im Engeren Vorstand herrschte ebenfalls Kontinuität: Alice Baker (Köln), Thomas Gessner (Klipphausen), Ines Hensel (Waldbrunn), Jens Kopp (Freudenstadt), Maximilian Mayrhofer (Burghausen), Holger Schmädicke (Potsdam) und Klaus Steinforth (Grefrath) bestätigten die Mitglieder in ihren Ehrenämtern. Somit wird der bisherige Vorstand den Verband auch bis in das Jahr 2023 führen.

Die Kapazitäten in den Werkstätten sind erschöpft – Raubbau an den Betrieben

In seinem anschießenden Bericht über die Entwicklungen im herstellenden und reparierenden Karosserie- und Fahrzeugbau bereitete dem ZKF-Präsidenten Sorge, „dass den reparierenden Karosserie-Fachbetrieben in regelmäßigen Zeitabständen immer weitere administrative Aufgaben von den Schadenlenkern und Versicherungen auferlegt werden, die nur mit zusätzlichem Personal erledigt werden können.“

Peter Börner erläuterte in seiner Rede die aktuelle Situation in der Branche. Teilweise waren Delegierte im Saal anwesend, die große Mehrzahl der Delegierten nahm virtuell teil.
Peter Börner erläuterte in seiner Rede die aktuelle Situation in der Branche. Teilweise waren Delegierte im Saal anwesend, die große Mehrzahl der Delegierten nahm virtuell teil.
(Bild: ZKF)

Die Kosten für dieses administrative Personal würden aber durch die stagnierenden Stundenverrechnungssätze nicht abgedeckt – vielmehr würde die Rendite der Betriebe weiter geschmälert. „Hinzu kommen deutliche Lohnsteigerungen im Bereich der Fachkräfte und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, so dass weiterer Druck auf die betriebswirtschaftliche Situation ausgeübt wird“, führte Börner aus.

Sollten die Schadenlenker und die angeschlossenen systematischen Rechnungskürzer weiterhin diesen „Raubbau“ an den Betrieben betreiben, würden die Vorlaufzeiten in den Betrieben

weiter steigen, da weniger Reparaturkapazität zur Verfügung stehe, ergänzte der ZKF-Präsident.

„Junge Menschen fürs Handwerk begeistern“

Langfristig sieht Börner aber auch den Berufsstand gefährdet: „Die sinkenden Auszubildenden-Zahlen weisen einen erschreckenden Weg: Heute keine Auszubildenden, morgen keine Gesellen und übermorgen fehlen uns die Meister. Wir müssen junge Menschen für den Beruf des Karosserie- und Fahrzeugbaumechanikers begeistern.“ Jeder Betrieb solle mindestens drei Jugendliche ausbilden, um den Berufsstand für die Zukunft zu sichern. „Am Thema Ausbildung müssen wir alle arbeiten: Betriebe, Innungen, Landesverbände und der Zentralverband“, appellierte Börner.

Zusammenarbeit mit dem ZDK

Die Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gestalte sich positiv und partnerschaftlich, berichtete Börner. Jeder Ansatzpunkt werde aufmerksam verfolgt, da die Ziele der beiden Berufsverbände zum Teil sehr einheitlich seien. Durch die Kooptierung seiner eigenen Person in den Vorstand des ZDK seien viele Vorteile, wie die Stärke in Berlin und Brüssel mit europäischen Schwerpunkten bis hin zur Weiterentwicklung zum System für Telemetrie-Daten für die Betriebe in der Umsetzung.

Der wiedergewählte ZKF-Präsident Peter Börner (links) nahm gemeinsam mit dem wiedergewählten ZKFVizepräsidenten Detlev Thedens die Glückwünsche in Friedberg entgegen.
Der wiedergewählte ZKF-Präsident Peter Börner (links) nahm gemeinsam mit dem wiedergewählten ZKFVizepräsidenten Detlev Thedens die Glückwünsche in Friedberg entgegen.
(Bild: ZKF)

Der ZKF-Präsident ist nicht nur aufgrund der Veränderungen in der Corona-Pandemie der Überzeugung, dass die Digitalisierung viele Vorteile für die angeschlossenen Werkstätten bringt, wenn man diese nur richtig angeht. Problemstellung dabei sei, dass Digitalisierungen von Dritten für die Werkstatt in der Vergangenheit nur Nachteile für das Handwerk gebracht hätten. Hier nannte Börner beispielsweise Online-Gutachten, Kostenvoranschläge und fiktive Abrechnungen, Trackingmeldungen und Rechnungsportale. „Die Werkstatt muss das Heft des Handelns in der eigenen Hand haben“, fordert ZKF-Präsident Peter Börner. man müsse im Verband die Weichen stellen,

um Kalender, Flotten-Apps und Kunden-Service-Module aus eigener Sichtweise heraus zu entwickeln und an dem Markt zu bringen. „Versicherungen, die dann einen Onlinekalender von der Werkstatt haben wollen, können sich dann mit Daten aus dem werkstatteigenen Kalender gerne versorgen“, so der ZKF-Präsident.

Der ZKF vertritt die Interessen des Fahrzeugbaus

Auch im Neubau und der Reparatur von Nutzfahrzeugen stehen die Zeichen auf Veränderung, insbesondere bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene, wie den CO2-Nachweis für leichte und schwere Nutzfahrzeuge. „Auch beim Aufbau des Caravan-Reparatur-Netzwerks und der Schadensteuerung im Bereich der Caravan-Reparatur werden wir Vorteile für die Betriebe schaffen“, erklärte Börner. Es soll ein Netzwerk an Betrieben entstehen, das Synergien für alle Beteiligten bereitstellt. „Wie wichtig auch im Nutzfahrzeugbereich die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Institutionen, wie ZDK und VDA ist, zeigen die Diskussionen um zukünftige Entwicklungen“, resümierte Börner.

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