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Nutzfahrzeugmarkt Zulassungszahlen stabilisieren sich vor der Corona-Krise

| Autor: Andreas Grimm

Nach einem schwachen Jahresstart sind die Zulassungszahlen für Nutzfahrzeuge im Februar rückläufig geblieben. Doch die Talfahrt verlangsamte sich. Ein wichtiger Zukunftsindikator blieb allerdings schwach.

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(Foto: Scania )

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist weiter rückläufig. Im Februar wurden in den Ländern der EU, der Efta sowie in Großbritannien 177.974 leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie Busse neu zugelassen. Das waren nach Angaben des Herstellerverbands Acea 5,7 Prozent weniger als im Februar 2019. Die rückläufige Tendenz erfasste dabei bis auf die Gruppe der Busse alle Fahrzeugklassen.

Damit setzt sich die seit September 2019 anhaltende Entwicklung fort: Mit Ausnahme des Dezembers war die Nachfrage seither in allen Monaten rückläufig. Im laufenden Jahr waren die Neuzulassungen im Januar allerdings stärker gefallen (-11,5 %) als zuletzt im Februar. Ob dies ein Zeichen der Stabilisierung gewesen wäre, wird sich nach den Verwerfungen im Zuge der Corona-Krise wohl nicht klären lassen. Nach zwei Monaten war der europäische Nutzfahrzeugmarkt jedenfalls mit 365.500 Neuzulassungen 7,6 Prozent im Minus.

Besonders in den osteuropäischen Ländern war die Neufahrzeug-Nachfrage stark rückläufig (-18,2 %), während sie in Westeuropa (-4,4 %) und Großbritannien (-3,5 %) nur moderat abrutsche. Gleichwohl war der Markt in Deutschland (-7,6 %) oder in den Niederlanden (-12,7 %) deutlich unter Druck, während die Neuzulassungen in Frankreich oder in Belgien (je +1,6 %) sogar zulegten.

Blickt man auf die einzelnen Nutzfahrzeugklassen, zeigt sich insbesondere bei den mittelschweren und schweren Lkw ein starker Rückgang um 17,6 Prozent. Anders als in der Gesamtbetrachtung rutschen die Erstzulassungen dabei in quasi allen Ländern spürbar ab – auch in Großbritannien wurden 12 Prozent weniger neue Lkw registriert. Ausnahmen sind hier etwa Spanien (+0,6 %) und Italien (+9,7 %). Die Zulassungstätigkeit in diesem Segment gilt gemeinhin als Indikator für die mittelfristige Entwicklung der Wirtschaft und verheißt damit noch ohne Corona-Einfluss nichts Gutes.

Bei den leichten Nutzfahrzeugen, in der Vergangenheit Haupttreiber des Nutzfahrzeugbooms, sanken die Neuzulassungen europaweit um 3,4 Prozent – allerdings auch hier mit einem starken Minus in den Oststaaten (-11,1 %). Während drei der großen europäischen Märkte rückläufige Zahlen meldeten – Italien (-6,2 %), Spanien (-5,9 %) und Deutschland (-3,8 %) – legte Frankreich in den Zulassungen zu (+3,0 %).

Aus dem Rahmen fallen damit allein die Bus-Zulassungen, die im Februar europaweit um 2,4 Prozent zulegten. Allerdings entwickelten sich die Zahlen in den Märkten sehr unterschiedlich. Während die Neuzulassungen in Deutschland und Frankreich um rund 33 Prozent zulegten, gingen sie in Spanien 41 Prozent ins Minus. In Großbritannien blieben die Zahlen quasi stabil (-0,6 %).

Düstere Prognose der deutschen Lkw-Bauer

Die Volkswagen-Lkw-Tochter Traton und der Lkw-Bauer Daimler stellen sich bereits seit längerem auf ein schwächeres Jahr 2020 ein. Wie sehr die Konjunktur in den Industrieländern und damit auch die dafür anfälligen Nutzfahrzeug-Märkte von den Maßnahmen zur Eindämmung der Krise belastet werden, dazu traut sich derzeit kein Lkw-Hersteller eine verlässliche Aussage zu. Die Effekte dürften erst in den kommenden Monaten zutage treten.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«