LED-Technik ADAC bemängelt fehlende Reparaturkonzepte

Autor: Jens Rehberg

Echte Reparaturen im Inneren von LED-Leuchten sehen die Autohersteller nicht vor. Im Schadensfall muss in der Regel der komplette Scheinwerfer getauscht werden. Das gefällt dem ADAC in seiner Rolle als Kundenanwalt naturgemäß nicht.

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„Multibeam“-Frontleuchte von Mercedes.
„Multibeam“-Frontleuchte von Mercedes.
(Bild: Daimler)

Der ADAC hat kritisiert, dass im Hinblick auf Schäden an LED-Leuchten lediglich Reparaturkits für Leuchten-Halter am Markt verfügbar sind, die zum Beispiel nach leichten Parkremplern zum Einsatz kommen können. Denn bekanntermaßen gibt es keine Reparaturkonzepte der Hersteller und Importeure für LED-Leuchten – die Leuchtengehäuse sind in der Regel versiegelt.

Laut einer aktuellen Analyse des Autofahrer-Clubs zeichne LED-Technik zwar eine hohe Ausfallsicherheit aus – gerade bei älteren Fahrzeugen steige aber das Risiko für eine teure Reparatur, die nicht selten einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeute. Denn LED-Leuchten sind laut ADAC auf eine Lebenszeit von 15 Jahren ausgelegt, während Autos in Deutschland zum Zeitpunkt ihrer Stilllegung im Schnitt rund 18 Jahre alt sind. Beim Tausch von hochwertigen Matrix-LED-Scheinwerfersystemen fallen Kosten von deutlich mehr als 3.000 Euro an.

ADAC fordert Reaktion der Hersteller

Dabei sieht der Club eine Reparatur häufig für sinnvoll an, etwa dann, wenn nicht die LED-Lichteinheit kaputt geht, sondern die integrierte Steuerelektronik. Vor diesem Hintergrund fordert der ADAC die Fahrzeughersteller auf, LED-Leuchten zu verwenden, die mindestens auf die echte Lebenszeit eines Fahrzeugs ausgelegt sind. Zudem sollten Reparaturkonzepte entwickelt werden, um erforderliche Reparaturen für den Verbraucher günstig und nachhaltig zu gestalten.

Leichte Mängel an LED-Leuchten gefährden zwar nicht unbedingt die Hauptuntersuchung, müssen aber behoben werden. Geht mehr als ein Drittel der LED-Leuchte nicht, wird die Plakette verwehrt.

Dass dies vorkommt., ist laut den ADAC-Technikexperten nur eine Frage der Zeit: LEDs verschleißen mit den Jahren, die Leuchtkraft nimmt mit der Zeit ab. Unterschreitet der abgestrahlte Lichtstrom den Wert von 70 Prozent des ursprünglichen Wertes, gilt die LED-Lichtquelle als verschlissen. Wann das eintritt, sei sehr stark abhängig von der Kühlung und Wärmeabfuhr an den LED-Modulen, besonders die der Halbleiterschicht („Junction“).

Betriebszeit von 3.000 bis 10.000 Stunden

Denn anders als Glühlampen sind LEDs sehr temperaturempfindlich: Je höher die Temperatur, desto größer der Verschleiß. Eine sehr warme Umgebung wie ein heißer Motorraum, ein Kühler oder Klimakondensator in Scheinwerfernähe und dazu hohe Außentemperaturen können die Lebenszeit der LED genauso verkürzen wie eine für die Umgebungsbedingungen zu hohe Licht- und damit Verlustleistung. Je nach Auslegung und Konstruktion des Fahrzeugherstellers haben LEDs daher ein längeres oder kürzeres Leben. Auch Ausfälle der komplexen Steuerelektronik, Feuchtigkeit oder schlechte Verarbeitung können zum vorzeitigen Ausfall führen.

Insgesamt geht der ADAC bei LED-Scheinwerfern von einer Betriebszeit von 3.000 bis 10.000 Stunden aus, Rücklichter halten oft länger durch. Während eine konventionelle Ersatzglühlampe keine zehn Euro kosten muss, stört sich der ADAC daran, dass selbst vergleichsweise einfach konstruierte Voll-LED-Rückleuchten für Modelle der unteren Mittelklasse mindestens 200 Euro kosten. Front-LED-Scheinwerfer seien nicht unter 700 Euro zu haben.

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