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Insolvenzen Ausgesetzte Meldepflicht lässt Kfz-Insolvenzen sinken – Warum Betriebe dennoch vorsorgen sollten

Auch wenn die Coronakrise viele Betriebe wirtschaftlich unter Druck setzt, ist die Zahl der Insolvenzen bislang noch relativ gering. Damit dies auch nach der verlängerten Insolvenzantragspflicht möglichst so bleibt, sollten sich gefährdete Betriebe rechtzeitig beraten lassen.

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Das Statistische Bundesamt hat die aktuellen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland veröffentlicht.
Das Statistische Bundesamt hat die aktuellen Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland veröffentlicht.
(Foto: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Da der Bund Corona-bedingt rückwirkend zum 1. März die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt hat, ist die Zahl der Anträge im Kfz-Gewerbe im Mai weiter rückläufig gewesen. Wie aus den am Montag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, meldeten sich innerhalb der Branche 53 Betriebe zahlungsunfähig – das sind 10 Unternehmen und damit 15,9 Prozent weniger als im Vorjahr.

Davon wurden 13 Verfahren tatsächlich eröffnet und 7 mangels Masse abgewiesen. Während sich die Forderungen der Gläubiger voraussichtlich auf 649,9 Millionen Euro belaufen, müssen 3.399 Arbeitnehmer um ihre Jobs bangen.

Damit ist in der Gesamtbetrachtung der ersten fünf Monate dieses Jahres die Zahl der Kfz-Pleiten gegenüber 2019 leicht geschrumpft. 268 Verfahren bedeuten einen Rückgang um 4 Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (- 1,5 %). Zwischen Januar und Mai entwickelte sich die Situation in der Kfz-Branche damit dennoch schlechter als in der deutschen Gesamtwirtschaft: Über alle Branchen hinweg sank die Zahl der Pleiten gegenüber dem Vorjahr in diesem Zeitraum um 6,9 Prozent.

Kfz-Branche schneidet besser ab als die Gesamtwirtschaft

Im Mai verzeichnete die Gesamtwirtschaft jedoch einen Rückgang an Insolvenzverfahren um 9,9 Prozent, im Einzelmonat hat die Kfz-Branche mit einem Minus von 15,9 Prozent also wesentlich besser abgeschnitten.

Die „positiven“ Mai-Zahlen lassen sich wohl vor allem auf die Entwicklung der Werkstätten zurückführen: 10 Betriebe stellten einen Insolvenzantrag, 20 weniger als im Vorjahresmonat (-69,0 %). Im Handel ging 20 Unternehmen das Geld aus, im Mai 2019 waren es noch 22 gewesen (-9,1 %).

Pleitewelle im Herbst?

Mit Sorge blickt man beim Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) auf einen möglichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von Mitglieds- und Partnerunternehmen im Herbst, sollten die Insolvenzantragspflichten nicht über den bislang gültigen Stichtag vom 30. September 2020 verlängert werden.

Doch wie der Verband Anfang dieser Woche erklärte, würde selbst im Fall einer Fristverlängerung das Problem lediglich aufgeschoben. Denn schließlich seien die Betriebe, die in der Karosserieinstandsetzung und dem Fahrzeugbau tätig sind, auf eine stabile und gesunde Konjunktur angewiesen.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG