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Corona-Fördermittel Bund stellt 500 Millionen Euro für den Ausbildungsmarkt bereit

| Autor: Doris Pfaff

Wenn Betriebe trotz Krise weiter ausbilden, dann erhalten sie Hilfen vom Bund. Bis zu 3.000 Euro Prämie oder die Übernahme von 75 Prozent des Bruttogehalts des Azubis durch den Staat sind möglich.

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Wenn die Kurzarbeit für Betriebe droht, sind auch die Ausbildungsverhältnisse betroffen.
Wenn die Kurzarbeit für Betriebe droht, sind auch die Ausbildungsverhältnisse betroffen.
(Bild: ProMotor)

Um den Ausbildungsmarkt in der anhaltenden Coronakrise zu stützen, hat die Bundesregierung ein 500 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Ausbildungsbetriebe auf den Weg gebracht. So sollen Betriebe Prämien erhalten, wenn sie weiter ausbilden, mehr Verträge abschließen als sonst oder Azubis von insolventen Betrieben übernehmen.

Das am Dienstag vom Bundeskabinett beschlossene Programm „Ausbildungsplätze sichern“ bietet für 2020 und 2021 kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern verschiedene finanziellen Hilfen, sofern sie in anerkannten Ausbildungsberufen ausbilden und von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffen sind. Dem Beschluss muss noch der Bundesrat zustimmen.

Das Programm sieht folgende Prämien vor:

  • Betriebe erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 2.000 Euro. (Auszahlung nach bestandener Probezeit)
  • Betriebe, die über ihr Niveau der vergangenen drei Jahre hinaus Ausbildungsverträge abschließen, erhalten 3000 Euro pro Vertrag. (Auszahlung nach bestandener Probezeit)
  • Betriebe, die trotz Krise ihre Auszubildenden und deren Ausbilder nicht in Kurzarbeit schicken, erhalten vom Staat eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. Die gibt es für jeden Monat, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat. (Befristung bis 31. Dezember 2020)
  • Gefördert werden auch Betriebe, die Auszubildende übernehmen, deren Unternehmen die Ausbildung pandemiebedingt übergangsweise nicht fortsetzen können. (Befristung bis 30. Juni 2021)
  • Unternehmen, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro pro Azubi. (Befristung bis 30. Juni 2021)

Fachkräftenachwuchs absichern

Das Bundesprogramm, das Teil des Konjunkturpakets ist, soll den Ausbildungsmarkt stabilisieren und vor allem auch den Fachkräftenachwuchs absichern. Die Eckpunkte des Programms hatte die Allianz für Aus- und Weiterbildung mit auf dem Weg gebracht, dem auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) angehört.

Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) begrüßt die Initiative des Bundes: "Wir empfehlen unseren Mitgliedern, diese Chance zu nutzen und so intensiv wie noch nie auszubilden. Der Mangel an qualifiziertem Personal vor der Corona-Krise wird wiederkehren. Jetzt antizyklisch zu reagieren und mit finanzieller Unterstützung durch den Staat auszubilden, ist die richtige Strategie für eine positive Weiterentwicklung der Betriebe im KaRo-Handwerk," erklärt Thomas Aukamm, Hauptgeschäftsführer ZKF.

Auch ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer lobt: „Mit der nun beschlossenen Ausbildungs- sowie Übernahmeprämie setzt die Bundesregierung gerade in der aktuellen Corona-Pandemie ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die duale Ausbildung.“ Aber er mahnt auch, die Maßnahmen zügig umzusetzen und den Ausbildungsmarkt in der anhaltenden Krise genau zu beobachten: „Sollten weitere Ausbildungsbetriebe in den kommenden Monaten in konjunkturelle Schwierigkeiten kommen, benötigen auch diese unsere Unterstützung.“

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