Mercedes-Benz Trucks eActros im Alltagstest

Redakteur: Marion Fuchs

Der Stuttgarter Lkw-Hersteller schickt eine Flotte von zehn schweren Elektro-Lkw in den lokalen Verteilerverkehr. Ziel ist es, den elektrischen innerstädtischen Verteilerverkehr ab 2021 zu realisieren.

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Zehn elektrisch angetriebene Lkw erproben den innerstädtischen Verteilerverkehr.
Zehn elektrisch angetriebene Lkw erproben den innerstädtischen Verteilerverkehr.
(Bild: Daimler AG – press photo, do not use for advertising purposes)

Mercedes-Benz Trucks war 2016 nach eigenen Angaben der weltweit erste Hersteller mit einem schweren Elektro-Lkw. Jetzt geht das Unternehmen den nächsten Schritt: Mit dem eActros schickt Mercedes-Benz seinen Elektro-Lkw im Kundeneinsatz auf die Straße. Zehn Fahrzeuge in zwei Varianten mit 18 bzw. 25 Tonnen Gesamtgewicht gehen in den nächsten Wochen an Kunden, die Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit unter realen Bedingungen testen werden.

„Mit dem Mercedes-Benz eActros geben wir jetzt einen schweren Elektro-Lkw als Zwei- und Dreiachser in Kundenhand. Zunächst steht dabei der innerstädtische Waren- und Lieferverkehr im Fokus – die hier benötigten Reichweiten kann der eActros gut abdecken“, ergänzt Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw.

Zehn Unternehmen im Einsatz

An dem Flottentest nehmen zehn Kunden aus unterschiedlichen Branchen in Deutschland und der Schweiz teil. Die Unternehmen sind: Dachser, Edeka, Hermes, Kraftverkehr Nagel, Ludwig Meyer, Pfenning logistics, TBS Rhein-Neckar und Rigterink aus Deutschland, Camion Transport und Migros aus der Schweiz Diese Kunden verteilen allesamt Waren im Stadtverkehr – aber in völlig unterschiedlichen Branchen und Kategorien.

Aufgrund der verschiedenen Anforderungen tragen die Fahrzeuge unterschiedliche Aufbauten. Je nach Bedarf sind Kühlkoffer, Trockenkoffer, Silo oder Plane im Einsatz. Die Fahrer der eActros werden speziell auf das Fahrzeug geschult. Nach einem Test von zwölf Monaten im Realbetrieb gehen die Lkw für noch einmal zwölf Monate an eine zweite Runde von Kunden. „So können wir den vielen Kundenanfragen gerecht werden und noch mehr Erkenntnisse gewinnen“, so Stefan Buchner. „Unser Ziel ist, die Serien- und Marktreife wirtschaftlich konkurrenzfähiger Elektro-Lkw für den innerstädtischen schweren Verteilerverkehr ab 2021 realisieren zu können.“

Bewährte Komponenten

Beim eActros wird der Rahmen des Actros als Basis genutzt. Darüber hinaus handelt es sich aber um eine vollständig auf Elektroantrieb ausgerichtete Architektur mit hohem Anteil spezifischer Teile. So basiert beispielsweise die Antriebsachse auf dem Typ ZF AVE 130, der sich als Niederflur-Portalachse in Hybrid- und Brennstoffzellen-Omnibussen von Mercedes-Benz bewährt hat und nun für den eActros überarbeitet wird. Der Achskörper liegt höher, was die Bodenfreiheit auf mehr als 200 mm vergrößert. Der Antrieb erfolgt dabei über zwei Elektromotoren nahe den Radnaben der Hinterachse. Diese Dreiphasen-Asynchronmotoren sind flüssigkeitsgekühlt und arbeiten mit einer Nennspannung von 400 Volt. Ihre Leistung beläuft sich auf jeweils 125 kW, das maximale Drehmoment auf jeweils 485 Nm. Nach der Übersetzung werden daraus jeweils 11 000 Nm. Die Fahrleistung ist damit der eines Diesel-Lkw ebenbürtig.

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