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Acea Europäischer Nutzfahrzeugmarkt liegt im April am Boden

| Autor: Andreas Grimm

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat die Nutzfahrzeug-Zulassungen weitgehend zum Erliegen gebracht. Im April ging fast nichts mehr – allerdings gibt es einige mehr oder weniger deutliche Ausnahmen.

(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist am Boden. Wie schon die europäischen Pkw-Verkäufe sind auch die Neuzulassungen der leichten und schweren Nutzfahrzeuge stark eingebrochen. Auf fast 70 Prozent beläuft sich nach Angaben des Herstellerverbands Acea das Minus im April. Die nationalen Märkte variieren dabei stark. Bereits im März hatte das Minus knapp unter 50 Prozent gelegen.

Konkret wurden in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien 71.029 Einheiten erstmals zugelassen (-68,3 %). Seit Jahresstart beträgt der Zulassungsverlust damit 35,3 Prozent. Die Zahl der erstmals zugelassenen Nutzfahrzeuge sackte von rund 900.000 Einheiten auf noch 583.000 Fahrzeuge ab.

Die Märkte mit den größten Einbußen waren naturgemäß die Länder, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen waren und durch den Lockdown ausgebremst wurden. Entsprechend ging in Spanien (-87,8 %), Italien (-85,5 %), Großbritannien (-84,5 %) und Frankreich (-82,4 %) fast gar nichts mehr. In Deutschland fiel der Rückgang um 45,1 Prozent sogar deutlich geringer aus als im Pkw-Sektor (-61,1 %)

In Finnland gingen die Neuregistrierungen dagegen nur um 27,6 Prozent zurück, im für einen lockereren Umgang mit der Seuche bekannten Schweden fielen die Zulassungszahlen um 36,4 Prozent. Auch in Dänemark (-34,3 %) und in den Niederlanden (-39,5 %) fiel der Rückgang gemäßigt aus.

Blickt man auf die Entwicklung der Nutzfahrzeugsegmente, zeigt sich, dass alle Fahrzeugklassen vom Einbruch deutlich betroffen sind. Am stärksten sank allerdings die Zahl der leichten Nutzfahrzeuge. Diese Fahrzeuggruppe verlor mehr als zwei Drittel aller Neuzulassungen (-70,7 %), die stärksten Einbrüche sind wiederum in den am stärksten vom Lockdown betroffenen Ländern zu sehen – in Spanien beträgt das Minus sogar 91 Prozent.

In der schweren Klasse sanken die Neuzulassungen dagegen „nur“ um 60,1 Prozent. Dagegen gingen die Bus-Zulassungen um 66 Prozent in die Knie. In diesem besonderen und extrem schmalen Segment gibt es sogar so etwas wie gute Nachrichten. In Litauen blieb die Zahl der Neuzulassungen konstant (bei 3 Einheiten!), in Schweden stieg sie sogar von 69 auf 99 Einheiten (+43 %).

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«