Die Reparatur von Old- und Youngtimern wird als Geschäftsfeld häufig unterschätzt. Dabei kann es in der strategischen Ausrichtung von K&L-Betrieben durchaus lukrativ sein. Die professionelle Außenhautreparatur ist auch Thema auf den diesjährigen Würzburger Karosserie- und Schadentagen am 13. und 14. Mai im Vogel Convention Center.
Exoten wie dieser Ferrari Dino sind selbst für K&L-Profis eine Seltenheit. Die meisten Old- und Youngtimer aus den Siebziger- und Achtzigerjahren sind einfach zu reparierende „Brot- und Butter“-Fahrzeuge.
(Bild: Carbon)
Beim Begriff Oldtimer haben die wenigsten den beliebten BMW E36, Audi 100, VW Golf II, Scirocco oder die 900er-Reihe von Volvo und viele andere auf dem Schirm. Diese Automobile zählen mit ihren gerade mal 30 Jahren bereits zu Oldtimern und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Zulassungszahlen bestätigen dies. Old- und Youngtimer werden als Wertanlage gekauft und in gutem Zustand gehalten. Für ihre Reparatur ist die Instandsetzung immer eine interessante und gefragte Methode – nicht zuletzt wegen der schwierigen Ersatzteilversorgung. Wie auch in neuen Fahrzeugen sind in ihnen bereits vielfach doppelwandige Karosserieteile verbaut.
Außenhautreparatur live
Wie eine Außenhautreparatur funktioniert, können Sie auf den Würzburger Karosserie- und Schadentagen live erleben. Das Motto der Veranstaltung lautet in diesem Jahr: „Alte und neue Herausforderungen für die Unfallreparaturbranche“. Das Forum bietet an zwei Tagen (13. und 14. Mai 2022) Vorträge, Live-Vorführungen und eine große Fachausstellung rund um die Karosserieinstandsetzung. Unterstützt wird die Veranstaltung von den Sponsoren Automechanika Frankfurt, Carbon GmbH, Dekra Automobil GmbH und Nexa Autocolor sowie dem Business-Partner Fix Auto. Das Event führen die Fachmedien »Fahrzeug+Karosserie« und »kfz-betrieb« auch in diesem Jahr in Kooperation mit Autorechtaktuell.de und dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) durch.
Doch nun zurück zum Oldtimer:
Dino-Reparatur: Schritt für Schritt
Unter anderem für solche Anwendungen hat das Eigeltinger Unternehmen Carbon sein CBR-Reparaturkonzept entwickelt. Der CBR Inverter bietet nach eigenen Angaben sowohl bei dicken Tiefziehblechen als auch bei modernen hochlegierten, dünnen Blechen die idealen Voraussetzungen für eine sach- und fachgerechte Instandsetzung. Dank seiner vorprogrammierten Steuerung werde durch rückstandfreies Aufschweißen Durchbrand ebenso vermieden wie Abbrand auf der Karosserieaußenhaut.
Die Frontschadenbeseitigung an einem Dino Ferrari (siehe Bilder) zeigt, wie wichtig das richtige Vorgehen bei einer solchen Reparatur ist. Natürlich haben Fahrzeuge mit entsprechendem Alter eine Vergangenheit. Nicht selten trifft man auf fragwürdig reparierte Vorschäden oder einen mangelhaften Lackaufbau.
Deshalb ist es wichtig, den Schaden zu „lesen“ und sich sukzessive vorzuarbeiten. Dank des flächigen Ziehens durch Klebetechnik lassen sich Schäden oft um 70 bis 80 Prozent minimieren. Um im Anschluss Kanten und Sicken durch punktuelles Ziehen wieder zu rekonstruieren, schweißt der Karosseriebauer dann Bits auf die beschädigten Stellen des Blechs. Dabei kommen ihm die vielfältigen Möglichkeiten der CBR-Zugkomponenten und die Ergonomie der Werkzeuge zugute.
Das Ergebnis ist eine sach- und fachgerechte Reparatur sowie Rekonstruktion des Originalbauteils. Das hochwertige Finish der reparierten Fläche ist die Grundlage für einen optimalen Lackaufbau. Der Werterhalt ist somit sichergestellt.
Marketing hilft
Wie so oft ist auch für das Zusatzgeschäft mit Old- und Youngtimern das richtige Marketing mitentscheidend.
Die K&L-Betriebe, die bereits mit entsprechendem Werkzeug und Know-how ausgestattet sind, sollten ihre Fähigkeiten dem Kunden aktiv signalisieren. Betriebe, die dies bereits praktizieren, berichten von entspannten Reparaturaufträgen. Kein Termindruck, keine Ersatzmobilität und Kunden, denen ein erstklassiges Reparaturergebnis ihrer „Schätzchen“ wichtiger ist, als schnellstmöglich wieder auf die Straße zu kommen.
Stand: 08.12.2025
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