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Nutzfahrzeugmarkt Globale Berg- und Talfahrt für die Nutzfahrzeugbranche

| Autor: Andreas Grimm

In China geht die Nutzfahrzeug-Nachfrage durch die Decke, in den USA stürzt der Markt ab und Europa sitzt irgendwie dazwischen. Ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie liegt nahe, doch eine Region tanzt aus der Reihe.

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Die Nutzfahrzeugbranche leidet unter der Corona-Pandemie. In einigen Regionen geht es aber wieder aufwärts.
Die Nutzfahrzeugbranche leidet unter der Corona-Pandemie. In einigen Regionen geht es aber wieder aufwärts.
(Bild: MAN)

Der globale Nutzfahrzeugmarkt hat unter der Corona-Pandemie heftig zu leiden. Inzwischen stabilisiert sich die Branche insgesamt, die einzelnen Absatzregionen entwickeln sich jedoch mit deutlichen Unterschieden. Vor allem in den seuchengeplagten USA fällt die Nachfrage noch immer, während in Brasilien, wo die Viruskrankheit ebenfalls wütet, die Verkaufszahlen nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) zuletzt gestiegen sind.

In Westeuropa – 14 Ländern der EU sowie den drei Efta-Staaten und Großbritannien – blieb die Zahl der Neuzulassungen im Juli mit 18.600 schweren Lkw fast exakt konstant. Es ist jedoch ein Erfolg auf niedrigem Niveau, da der Vorjahresmonat im Nachgang der damals verpflichtenden Einführung des neuen Tachographen zur Jahresmitte 2019 schwach ausgefallen war. Die Vergleichslatte für den Markt lag folglich im Juli recht niedrig. Von Januar bis Juli 2020 wurden auf dem westeuropäischen Markt insgesamt 124.500 schwere Nutzfahrzeuge abgesetzt, 37 Prozent weniger als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.

In den USA gingen die Truck-Verkäufe deutlich zweistellig zurück – im Juli um 32 Prozent. Es wurden insgesamt 32.400 Neufahrzeuge abgesetzt. Seit Jahresbeginn ist der Markt damit um 30 Prozent auf knapp 214.300 Fahrzeuge geschrumpft. In der schweren Klasse über 15 Tonnen reduzierte sich der Absatz um 39 Prozent. Das Segment der Lkw zwischen 6 bis 15 Tonnen (Medium Duty) gab um knapp 19 Prozent nach.

Der brasilianische Lkw-Markt hat im Juli zugelegt – es wurden 9.000 Fahrzeuge abgesetzt (+6 %). In den ersten sieben Monaten liegt der Absatz in Brasilien mit 44.900 Einheiten jedoch um knapp 15 Prozent im Minus.

In China verzeichnet das Lastwagengeschäft im bisherigen Jahresverlauf eine hohe Dynamik. Im Juli stieg das Absatzvolumen um 78 Prozent auf 152.200 Einheiten und legte damit den vierten Monat in Folge zweistellig zu. Die wesentliche Triebfeder ist – neben der landesweiten Einführung der neuen Abgasnorm China VI zum 01. Juli 2020 und damit zusammenhängenden vorgezogenen Käufen – insbesondere ein staatliches Flottenerneuerungsprogramm, das bis zum Jahresende in Kraft bleibt. In den ersten sieben Monaten 2020 wurden in China bereits 1,04 Millionen schwere Nutzfahrzeuge abgesetzt (+28 %).

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«