Unstimmigkeit in Richtlinie 2014/45/EU Keine Ausrüstungspflicht für Radspieldetektoren

Von Peter Diehl

Müssen Nutzfahrzeug-HU-Werkstätten bis Mai kommenden Jahres Radspieldetektoren anschaffen? Aus einer EU-Richtlinie könnte man das herauslesen. Doch Dekra verneint und begründet das auch.

Anbieter zum Thema

Nutzfahrzeug-HU-Werkstätten müssen trotz missverständlicher Formulierung der Richtlinie 2014/45/EU keine Radspieldetektoren anschaffen.
Nutzfahrzeug-HU-Werkstätten müssen trotz missverständlicher Formulierung der Richtlinie 2014/45/EU keine Radspieldetektoren anschaffen.
(Bild: Dekra)

In Werkstätten, in denen die Hauptuntersuchung (HU) auch an Fahrzeugen jenseits 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht durchgeführt wird, herrscht derzeit Verwirrung. Braucht es ab Mai 2023 hierzu Radspieldetektoren oder nicht?

Laut Dekra ist der Auslöser dieser Verwirrung eine Unstimmigkeit in der Richtlinie 2014/45/EU. Sie regelt Mindestvorgaben für die periodische Fahrzeugüberwachung innerhalb der EU. André Skupin, Leiter Grundlagen und Prozesse der Dekra Automobil GmbH, erklärt hierzu: „Aus Anhang III zur Richtlinie, der bis Mai 2023 in nationales Recht umzusetzen ist, lässt sich zwar eigentlich eine Ausrüstungspflicht herauslesen. In den Vorgaben zur Prüfmethodik in Anhang I wird die Nutzung des Radspieldetektors jedoch immer nur als optionale Prüfmethode genannt.“

Aufgefallen ist die Unstimmigkeit Dekra zufolge bereits kurz nach der Veröffentlichung der Richtlinie. „In diesem konkreten Fall wurde auf Nachfrage den Mitgliedsstaaten explizit empfohlen, die Vorgabe in Anhang III als optional zu betrachten“, informiert André Skupin. In deutsches Recht sei Anhang III übernommen worden, allerdings mit der Einschränkung auf eingesetzte Prüfmittel, was der Dekra-Experte wie folgt in Klartext übersetzt: „Da keine Einsatzpflicht für Radspieldetektoren besteht, gibt es folglich auch keine Ausrüstungspflicht.“

Die Sachverständigenorganisation will im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) einen Vorschlag für eine verständlichere Formulierung einbringen. An einer Überarbeitung der Richtlinie 2014/45/EU arbeitet Dekra zufolge derzeit die EU.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48166849)