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Ford Künstlicher Vogelkot für widerstandsfähige Lacke

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Lästig und aggressiv: Vogelkot kann Motorhauben und Autodächern stark zusetzen. Um Werkslackierungen dagegen widerstandsfähiger zu machen, haben Spezialisten bei Ford einen künstlichen Vogelkot entwickelt.

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Ford macht Lacke gegen Vogelkot fit. Tests mit künstlichem Vogelkot aus dem Labor fließen künftig in die Entwicklung der Werkslackierungen ein.
Ford macht Lacke gegen Vogelkot fit. Tests mit künstlichem Vogelkot aus dem Labor fließen künftig in die Entwicklung der Werkslackierungen ein.
(Bild: Ford)

Bäume und Straßenlaternen können gefährlich sein – nicht nur für Stoßstangen bei Parkremplern, sondern auch für lackierte Oberflächen im Falle einer „Attacke“ von oben. Vogelkot kann nämlich nicht nur hartnäckig sein, sondern auch wegen seiner aggressiven Zusammensetzung Lackierungen beschädigen. Um herauszufinden, wie gefährlich er für eine bestimmte Lackierung sein kann, hat Ford einen künstlichen Vogelkot entwickelt.

Die Säuren des synthetischen Materials bilden nach Unternehmensangaben die unterschiedlichen Rückstände der meisten europäischen Vogelarten ab. Um neue Lacke vor ihrer Markteinführung zu testen, bringen Experten des Herstellers den künstlichen Vogelkot auf speziell vorbereitete Prüfplatten auf. Wie Ford informiert, werden diese bei 40, 50 und 60 Grad Celsius in einem Ofen erhitzt, um die Lackoberflächen an ihre Grenzen zu bringen. Darüber hinaus werden die Lacke weiteren Tests unterzogen. So werden laut dem Unternehmen unter anderem Phosphorsäure, Seifenlauge und synthetische Pollen auf Prüfplatten aufgetragen. Anschließend werden sie eine halbe Stunde lang auf bis zu 80 Grad Celsius erhitzt.

Risikozeit Frühling und Sommer

Wie die Kölner informieren, belastet beispielsweise die Sonneneinstrahlung vor allem im Frühling und im Sommer die Fahrzeuglackierungen, da die Oberflächen bei Hitze weicher werden und sich dehnen. Kühlen sie wieder ab, ziehen sie sich zusammen, und jeder Schmutz, einschließlich Vogelkot, kann dann besonders stark anhaften. Entfernt man solche Verschmutzungen nicht, kann es unter Umständen erforderlich sein, die Hinterlassenschaften von einem Lackprofi vollständig entfernen zu lassen.

Um den Lack vor solch starken Beschädigungen und Wettereinflüssen zu schützen und gleichzeitig den Farbglanz sicherzustellen, setzt man bei Ford beim Entwickeln der Lacke auf eine gezielte Feinabstimmung von Pigmenten, Füllstoffen und Additiven.

Reinigungstipp bei Vogelkot

Trotz moderner Lacktechnik sollten Besitzer dennoch so rasch wie möglich mit Vogelkot verschmutzte Stellen säubern, rät das Unternehmen. Die Empfehlung: die Oberflächen vorsichtig mit einem weichen Schwamm, lauwarmem Wasser und etwas pH-neutralem Shampoo reinigen. Anschließend sollten sie mit Hartwachs behandelt werden, damit die Lackierung einer künftigen Verschmutzung besser widerstehen kann und länger glänzt.

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