ZKF Branchentreff Leitplanken für die Branche

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Beim Branchentreff des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) am 24. Juni in Bad Nauheim und am 25. Juni 2016 in Friedberg standen Zukunftsthemen der Branche auf der Agenda. In der Grundsatzrede skizzierte ZKF-Präsident Peter Börner konkrete Lösungen für Fachbetriebe und übte scharfe Kritik an Rechnungskürzungen sowie neuen Schaden-Apps.

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Der ZKF-Branchentreff fan in diesem Jahr im Kompetenzzentrum für Karosserie- und Fahrzeugtechnik in Friedberg statt.
Der ZKF-Branchentreff fan in diesem Jahr im Kompetenzzentrum für Karosserie- und Fahrzeugtechnik in Friedberg statt.
(Bild: Klasing)

Mehr als 400 Teilnehmer kamen beim ZKF zusammen und diskutierten über aktuelle Entwicklungen in der Unfallschadeninstandsetzung sowie im Karosserie- und Fahrzeugbau. Im Mittelpunkt der Grundsatzrede von ZKF-Präsident Peter Börner stand vor allem die Umsetzung der zentralen Projekte der Agenda 2020. Darüber hinaus sprach er auch die Stärkung der Lobbyarbeit sowie die Auswirkungen der EU-Verordnung auf die Aufbautenhersteller bei Nutzfahrzeugen und die Modernisierung des Zentralverbandes an.

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„Nach wie vor ist die Agenda 2020 unser Leitfaden, damit Verband und Fachbetriebe in Zukunft besser für die gravierenden Marktveränderungen gerüstet sind“, betonte Peter Börner gleich zu Anfang seiner Grundsatzrede und fügte hinzu: „Wir bauen die Leitplanken für unsere Branche.“ Einen Schwerpunkt legte er auf die Agenda-Projekte, wie das Online Portal für Reparaturinformationen Repair-Pedia und den neuen Dienstleistungsservice für Betriebe (DfB). Gleichzeitig forderte Peter Börner jedoch auch die Mitglieder auf, sich für die Zukunft zu öffnen. „Neue Fahrzeugtechnik erfordere Investitionen in Werkstattausstattungen und Investitionen in die Schulung der Mitarbeiter“, rief Börner den Teilnehmern zu.

Konkrete Lösungen für Betriebe

Was Peter Börner damit meinte, zeigte er anhand der vom Zentralverband vorangetriebenen und umgesetzten Projekte. „Mit dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) haben wir das Multifunktions-Gerät EuroDFT für die Fahrzeugdiagnose ins Leben gerufen.

Für einen Berufsverband eine eher unübliche Produktentwicklung, die den Werkstätten nun die Mehrmarken-Diagnose und Reprogrammierung deutlich erleichtert.“ Darüber hinaus unterstrich der ZKF-Präsident die Bedeutung von repair-pedia für die Branche: „Google und Wikipedia der Branche sind ab sofort online und werden in den nächsten Ausbauschritten mehr als eine Million Reparaturinformationen bieten. Nutzen Sie diese einzigartige Plattform im Web.“

Einzigartig sei auch die Unterstützung des neuen Dienstleistungsservice für Betriebe (DfB), die der ZKF gemeinsam mit der EUROGARANT AutoService AG entwickelt hat – ebenfalls ein Ergebnis der Agenda 2020. „Wir unterstützen gerade kleine und mittlere Betriebe dadurch, dass wir in ihrem Auftrag den Kostenvoranschlag auf Vollständigkeit prüfen, alle Freigaben einholen und die Koordination von Sachverständigen und Anwälten übernehmen.“ Peter Börner sieht in der „sensationellen Dienstleistung“ auch eine Strategie sich gegen Rechnungskürzungen zu wehren, weil DfB auch die Rechnungszahlung an die Betriebe übernimmt und sich dann bei möglichen Rechnungskürzungen mit Versicherern oder Prüfdienstleistern auseinandersetzt.

Workshops vermittelten praxisrelevantes Know-how

Nach der Grundsatzrede im Kurhaus Bad Nauheim vertieften die Teilnehmer am zweiten Tag des Branchentreffs ihr Fachwissen im Deutschen Kompetenzzentrum und der Geschäftsstelle des ZKF in Friedberg. In den Workshops zur Karosserie-Instandsetzung standen der Umgang mit aktuellen Scheinwerfersystemen, Details zu repair-pedia sowie die jährliche Überprüfung gewerblicher Fahrzeuge, die Unfallinstandsetzung aktueller Opel-Modelle sowie die Leistung des Euro-DFT auf dem Programm.

Bei den Workshops für Karosserie- und Fahrzeugbau informierten sich die Teilnehmer über Produkthaftungs- und Produktsicherheitsrecht, die neue Klebnorm DIN 2304 sowie über die UVV-Prüfungen an Ladebordwänden und Kippern. Darüber hinaus standen der Online-Wandel und EDV-Konzepte bei den Workshops zur Unternehmensführung im Mittelpunkt.

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