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VdTÜV „Macken“ der Oldtimer 2019

Redakteur: Marion Fuchs

Der TÜV-Verband hat sich einige „neue“ Oldtimer genauer angeschaut und erklärt, worauf Käufer besonders achten sollten.

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Oldtimer – Fahrzeuge älter als 30 Jahre – stehen für über 10 Milliarden Euro Umsatz im Servicegeschäft. Neue Oldtimer - Erstzulassung 1989 - hat der VdTüV unter die Lupe genommen.
Oldtimer – Fahrzeuge älter als 30 Jahre – stehen für über 10 Milliarden Euro Umsatz im Servicegeschäft. Neue Oldtimer - Erstzulassung 1989 - hat der VdTüV unter die Lupe genommen.
(Bild: »kfz-betrieb«)

30 Jahre alt muss ein Fahrzeug seit seiner ersten Zulassung sein, um in Deutschland offiziell als Oldtimer zu gelten und ein H-Kennzeichen zu tragen. Das kann Vorteile bei der Steuer und den Versicherungstarifen bringen. In 2019 gilt das für Fahrzeuge, die im Jahr 1989 erstmalig auf die Straße kamen.

Der TÜV-Verband hat alte „TÜV-Reporte“ ausgewertet und sich einige Modelle genauer angeschaut. Für die aktuelle Oldtimer-Generation haben TÜV-Experten die TÜV-Reporte der Jahre 1994, 1995 und 2001 ausgewertet.

Mercedes-Benz SL (R129)

Der R 129 steht in der langen Tradition der Mercedes Roadster, 1989 wurde er als völlig überarbeitete Version auf die Straße gebracht. Den TÜV-Prüfern gefielen vor allem die überdurchschnittlich guten Bremsen, außerdem waren Rost, defekte Antriebswellen oder Lenkspiel beim TÜV kein Thema. Nur ein geringer Ölverlust trübte das Bild etwas: hier sollte man beim Kauf eines alten SL genauer hinschauen.

Mazda MX-5

Zwischen 1989 und 2016 war der Mazda MX-5 der meistverkaufte Roadster weltweit. Besonders der erste Typ (MX-5 NA) aus dem Jahr 1989 dürfte für Oldtimerfans wegen seiner sportlichen Klappscheinwerfer besonders interessant sein. Ob Rostvorsorge, Achsen, Lenkung oder Bremsen: überall erhielt der japanische Sportwagen Traumnoten. Der TÜV-Report 2001 urteilte: „Der kleine Roadster zeigt Mercedes-Qualität.“ Diese zeigt sich aber auch in seiner einzigen kleinen Schwäche: beim Kauf sollte man verstärkt auf Ölverlust achten.

Opel Calibra

Kein echter Sportwagen, aber doch ein „Sportcoupé“ war der Opel Calibra, der 1989 auf den Markt kam. Ab 1995 tauchte er im TÜV-Report auf und schnitt mit sehr guten Werten ab. Einziges Manko war damals die „unzureichende Wirkung der Handbremse“. Außerdem hatte der Calibra bereits überdurchschnittlich viele Mängel an „Räder, Felgen, Bereifung“, was aber weniger über mangelnde Technik als über den Geschmack der Halter aussagte. Sehr beliebt war der Calibra bekanntlich in der Tuner-Szene, weshalb man bei einer Kaufentscheidung auf alle Fälle einen Sachverständigen hinzuziehen sollte.

Mercedes E-Klasse (W124)

Die E-Klasse bekam 1989 ein sichtbares Facelift: an den Seiten gab es von nun an einen Flankenschutz mit auffälligen Verkleidungen und verchromten Zierleisten. Für den Innenraum spendierte Mercedes den Türen eine Holzverkleidung; Lenkrad und Schalthebel bekamen Lederüberzüge. Eine gut gepflegte E-Klasse kann als Oldtimer auch heute noch ein interessantes Alltagsfahrzeug sein, allerdings sollte man auf ausgeschlagene Buchsen der Hinterachse achten. Auffällig war im Report 2001 auch der Ölverlust, wobei hier die Nachfolgemodelle größere Probleme hatten.

Citroën XM

Kurz nach seinem Erscheinen 1989 wurde der XM zwar zum „Auto des Jahres 1990“ gewählt, allerdings bescheinigte ihm der TÜV-Report 1995 bereits einige Schwächen, die Mängelquote lag schon bei der ersten Hauptuntersuchung „um mehr als das Zehnfache über dem Durchschnittswert“. Gründe waren besonders eine schadhafte Lenkung und Defekte an den Bremsen. Im Jahr 2001 wurde dieses Bild gerade bei den älteren Modellen bestätigt: „Ölverlust und Lenkungsspiel sind deutlich schlechter als der übliche Durchschnittswert.“ Wer im Oldtimer gerne das Fahrgefühl eines sanft gefederten „hydractive Fahrwerks“ genießen möchte, sollte sich nach einem gut gepflegten Modell umschauen. Allerdings sind in Deutschland nur noch knapp 1.000 Stück zugelassen.

Nissan Maxima

Er wurde bereits 1988 der Öffentlichkeit vorgestellt, kam aber erst 1989 auf den europäischen Markt. Der Nissan Maxima konnte es mit seinem V6 Motor mit der deutschen Oberklasse aufnehmen. Auch die Qualität war vom feinsten: „Da ist nichts locker oder schlampig verarbeitet“, urteilte der TÜV-Report 2001. Auch technisch waren die Prüfer begeistert: Leider konnte sich der Nissan Maxima nie richtig auf dem deutschen Markt durchsetzen, entsprechend selten wird er heute angeboten.

Subaru Legacy

Ebenfalls aus Japan wurde im Jahr 1989 der Subaru Legacy in Deutschland auf die Straße gebracht. Seine Besonderheit: er hatte nicht nur einen Boxermotor, sondern war auch durchgängig mit Allradantrieb ausgestattet. Einzig die Antriebswellen machten manchmal Probleme und bei älteren Fahrzeugen konnte Ölverlust auftreten. Ansonsten gab der Subaru Legacy in den TÜV-Reporten stets ein hervorragendes Bild ab, sein Anteil lag bei den Mängelfreien immer weit über dem Durchschnitt.

Oldtimer-Gutachten hilfreich

Wer sich einen Oldtimer zulegen will und nicht über entsprechende Fachkenntnisse verfügt, sollte sich gründlich informieren und eine neutrale Beratung in Anspruch nehmen. „Käufer können einen TÜV-Fachmann hinzuziehen und sich ein Oldtimer-Gutachten erstellen lassen“, sagt Oldtimer-Experte Schneider. „Auch, wenn ein Fahrzeug äußerlich gepflegt aussieht, können Käufer böse Überraschungen erleben.“ Die TÜV-Experten untersuchen für das Gutachten den Gesamtzustand, die technische Einsatzbereitschaft, die Optik, die Beschaffenheit und die Ausstattung eines Oldtimers.

Wer einen Oldtimer besitzt, kann ein „H-Kennzeichen“ für sein Fahrzeug beantragen. Das kann sich steuerlich lohnen und vergünstigte Versicherungstarife bringen. Außerdem gelten bestimmte Ausnahmeregeln, etwa bei der Einfahrt in eine städtische Umweltzone. Die Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen ist ein Oldtimer-Gutachten, etwa durch einen TÜV. Dabei wird der technische Gesamtzustand bewertet, außerdem muss die Ausstattung dem Originalzustand entsprechen.

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