Erneuerbare Energien TÜV Rheinland erstellt Klassifizierungen für Wasserstoff

Redakteur: Lena Sattler

Wasserstoff ist bei neuen Technologien immer stärker gefragt. Um zu bestimmen, wie umweltfreundlich er produziert wird, hat der TÜV Rheinland ein neues Zertifizierungsprogramm entwickelt.

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(Bild: TÜV Rheinland)

Wasserstoff ist in der Herstellung sehr energieintensiv. Wenn er klimaneutral gewonnen wird, kann er jedoch als Energieträger zum Klimaschutz beitragen. Um das zu überprüfen, hat der TÜV Rheinland ein neues Zertifizierungsprogramm für Wasserstoff erstellt. Die Überprüfung ist freiwillig.

Fachleute betrachten den sogenannten Gestehungsprozess von Anfang bis zur Anwendung. Dabei fließen beispielsweise ein:

  • Herstellungsarten (z.B. Elektrolyse, Dampfreformierung, Chlor-Alkali-Verfahren),
  • Transportmethoden (z.B. Gasleitungen/Pipelines, Wasserstofftanks) oder
  • Anwendungen des Wasserstoffs (z.B. Mobilität, CO2-arme Produktion in der Industrie, Erzeugung von Strom und Wärme).

„Grüner“ und „Blauer“ Wasserstoff

Zur Dokumentation der Zertifizierungen vergibt TÜV Rheinland verschiedene Prüfzeichen. Diese weisen den Umfang der Überprüfungen aus und werden jährlich durch Audits überwacht, um ihre Gültigkeit zu behalten. Die Klassifizierungen gibt es in den Farben Grün, Blau oder Türkis - je nach Herstellungsverfahren.

Damit Wasserstoff als klimaneutral gilt, muss er in der Lieferkette frei von CO2-Lasten sein. „Ist das Herstellungsverfahren dabei eine Elektrolyse von Wasser und wird für diese Elektrolyse ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet, darf das Produkt als grüner Wasserstoff ausgezeichnet werden“, so Norbert Heidelmann, der bei TÜV Rheinland mit seinem Team verantwortlich ist für die Zertifizierung von Wasserstoff.

Beim „Blauen Wasserstoff“ wird das bei der Herstellung entstehende CO2 langfristig sicher eingelagert (Carbon Capture and Storage/CCS). Zusätzlich können Fachleute den klimaneutralen Wasserstoff mit den Anforderungen von erneuerbaren Energieträgern in der Renewable Energy Directive EU 2018/2001 („RED II“) bewerten.

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