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Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik ZKF-Präsident wendet sich an die Branche

| Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Das Corona-Virus hat uns alle fest im Griff. Es verändert gerade nicht nur unser Verhalten, sondern gefährdet in vielen Fällen Existenzen. Aus diesem Grund wendet sich ZKF-Präsident Peter Börner in einem offenen Brief an die Branche.

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ZKF-Präsident Peter Börner
ZKF-Präsident Peter Börner
(Bild: Wenz)

Es gibt kaum jemanden in Deutschland, der nicht in irgendeiner Weise vom Corona-Virus betroffen ist. Einige müssen sich lediglich etwas in ihrer Freiheit und ihrem Verhalten anderen gegenüber einschränken bzw. zurücknehmen. Andere kämpfen um Ihre Existenz. Lesen Sie, was der ZKF-Präsident, Peter Börner, der Branche und insbesondere seinen Mitgliedsbetrieben sagen möchte:

An alle ZKF-Mitgliedsbetriebe,

Fördermitglieder, Innungen,

Landesinnungsverbände und Freunde

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerks,

in meinen 54 Lebensjahren habe ich die aktuelle Situation noch nicht erleben müssen. Ich bin sicher, vielen geht es ebenso. Ich musste noch nie Hunger leiden, verfolgt wurde ich auch noch nicht und Klopapiermangel kenne ich nur vom Wortzusammenhang. Meine Kinder kennen keine Grenze zwischen Kehl und Strasbourg, mein Lieblingsspanier schließt nun zu der Uhrzeit, an der ich einen Tisch reserviert habe. Ein kleines Virus, welches bis zur Stunde weniger Infizierte und weniger Tote angerichtet hat als die Grippewelle 2017/2018 zur gleichen Zeit, stellt unser Leben total auf den Kopf oder legt es lahm.

Es gibt nichts, was als Termin oder Verabredung in den nächsten drei Wochen noch nicht abgesagt wurde. Nun fahren wir Deutschland schrittweise runter; lassen fassungslos zu, dass tiefe Einschnitte in unser soziales Leben erfolgen. Dabei haben wir größte Bedenken, dass die Arbeitsplätze haltbar, wir unserer sozialen Aufgabe und Verpflichtung gewachsen sind und die Finanzen der Firma ausreichen, um ein paar Wochen diese Einschnitte überbrücken können.

Es gibt unzählige Fragen, denn einen solchen Shutdown, den wir bisweilen erleben, gab es noch nicht. Gastwirte, die davon leben, um 17 Uhr zu öffnen und mit vollem Restaurant bis 1 Uhr in der Nacht offen zu haben, werden als erste die Kehrseiten dieser drastischen Maßnahmen erfahren und nach Hilfe rufen.

Handwerksbetriebe, die in Miete mit finanzierten Werkzeugen und Waren ihre Tätigkeit nachgehen, werden möglicherweise, vielleicht etwas später, die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Ein nicht verkaufter Tisch im Restaurant, oder eine nicht stattgefundene Kollision an der Ampel, ist unwiederbringlicher Umsatzverlust. Ein nicht bestellter Aufbau- oder Umbau im Nfz-Bereich wird vielleicht nachgeholt, wir werden sehen.

Das Bundesfinanzministerium gab am 13. März 2020 bekannt: „Wir werden ein Milliarden-Schutzschild für Betriebe und Unternehmen aufstellen. Das Volumen dieser Maßnahmen wird nicht begrenzt sein. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen wird dies unverschuldete Finanznöte lindern." Auch wenn die Bundesregierung richtigerweise schnell und unbürokratisch Hilfen ohne Limit beschlossen und zugesichert hat, bleibt doch ein Kloß im Hals, ob der Einzelne diesen Herausforderungen gewachsen ist. Ich will sicherlich nicht „Schwarzmalen“, ich will uns lediglich aufmerksam machen auf das, was uns bevorsteht.

Anleitungen, wie man sich in dieser Krise verhält und was zu unternehmen ist, gibt es in jedem Newsletter, auf jeder Webseite der Branche und natürlich die sachlich besten und aussichtsreichsten auf www.zkf.de. Gerade jetzt ist der Zeitpunkt, sich über seine Informationsquellen, wenn es um den Betrieb geht, einmal grundlegende Gedanken zu machen. Der ZKF, unter der Leitung von Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm und Geschäftsführer Dierk Conrad, hat bereits viele wichtige Informationen rund um die aktuellen Themen erarbeitet und zusammengetragen:

  • Das Coronavirus und Umgang damit im Allgemeinen
  • Informationsmaterial zur Ausgabe an Ihre Mitarbeiter
  • Merkblätter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Kurz und knapp die wichtigsten Hygieneregeln im Umgang miteinander
  • Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus (SARS-CoV-2)
  • Arbeitsrechtliche Fragestellungen
  • Rechtslage bei Quarantäne-Maßnahmen
  • Dienstreisen, Großveranstaltungen
  • Entlastungsmaßnahmen und finanzielle Unterstützung
  • Liquiditätshilfe, Milliarden-Schutzschild, Kurzarbeitergeld, Überbrückungsfinanzierung
  • Steuerliche Entlastungen

und dies immer im Sinne unserer Mitglieder, unter dem Grundsatz des Erhalts unseres Handwerks.

Lest hierzu bitte die Onlinenews des ZKF. Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften, Innungen, Landesverbände, Zentralverbände und die uns angeschlossenen Organisationen und Partnerverbände arbeiten derzeit nur an einem Thema: Sicherung der Branche, des Handwerkes, des einzelnen Betriebes mit Aufklärung durch sachliche und faktische Botschaften.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, wir schaffen das; wir haben noch jedes Jahr die Grippe geschafft. Lasst euch nicht aus den Angeln heben, bleibt gelassen und sorgsam, bedacht und trefft die richtigen Entscheidungen. Händewaschen, 2 Meter Distanz zu den Kollegen, Kunden, Mitarbeitern und Mitmenschen. Dabei wünsche ich für uns alle: Bleibt gesund und Gott schütze

das ehrbare Handwerk.

Mit kollegialen Grüßen

Peter Börner

ZKF-Präsident

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