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Zurich-Gruppe Zurich weitet virtuelle Fahrzeugbegutachtung aus

| Autor: Silvia Lulei

Die Zurich-Gruppe Deutschland kann kleinere Schäden per Videotelefonie bewerten. Diese Technik soll jetzt auch für Vertragsabschlüsse zum Einsatz kommen. Ein Gutachten soll nach drei Stunden vorliegen.

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Lackschäden oder Parkrempler können Kunden selbst per Video dokumentieren und an einen Sachverständigen der Zurich-Gruppe schicken. Zwei bis drei Stunden nach der kontaktlosen Bestandsaufnahme ist die Expertise erstellt.
Lackschäden oder Parkrempler können Kunden selbst per Video dokumentieren und an einen Sachverständigen der Zurich-Gruppe schicken. Zwei bis drei Stunden nach der kontaktlosen Bestandsaufnahme ist die Expertise erstellt.
(Bild: Zurich)

Wenn es darum geht, persönliche Kontakte auf ein Minimum zu begrenzen, sind digitale Tools ein gangbarer Weg. Diesen geht nun auch die Zurich-Gruppe Deutschland, die im vergangenen Jahr eine Schadenbegutachtung per Videotelefonie eingeführt hat und dieses Angebot nun deutlich ausweiten will – unter anderem auf den Vertragsabschluss. Bisher kam die Technik lediglich bei der Begutachtung von kleineren Fahrzeug- oder Sachschäden wie Parkremplern oder Wasserschäden im Haus zum Einsatz.

Die Zurich-Videotelefonie funktioniert nach Unternehmensangaben intuitiv und einfach: Nach der Schadenmeldung erhält der Kunde einen Link auf sein Smartphone. Über den Link wird eine sichere Verbindung mit dem Sachverständigen der Zurich hergestellt. Der Experte leitet den Kunden an, wie passende Bilder zu machen sind. Zur optischen Unterstützung werden die vom Kunden detailliert zu filmenden Bereiche auf dem Display des Smartphones in Echtzeit markiert. Die virtuelle Begutachtung dauert je nach Größe des Schadens etwa 25 bis 30 Minuten. Zwei bis drei Stunden später soll der Kunde die Antwort des Gutachters vorliegen haben. Nur noch komplizierten Schadenfälle würden eine persönliche Vor-Ort-Begutachtung notwendig machen, heißt es. Zurich hat eine eigene Kfz-Sachverständigenorganisation, die bundesweit tätig ist. Bei Auftragsspitzen werden Organisationen wie Dekra oder Schaden-Schnell-Hilfe (SSH) hinzugezogen.

Die virtuelle Begutachtung wird sowohl im Endkundenbereich als auch bei gewerblichen Flotten angewendet. Die Technik kann aber auch bei Leasingrückläufern und im Reparaturbereich, beispielsweise für Reparaturerweiterungen genutzt werden. Die Zurich-Tochter DA Direkt nutzt die Technik, und auch Real Garant greift darauf in Einzelfällen zu, etwa um ausgebaute Fahrzeugteile in Augenschein zu nehmen.

Nutzung vor Vertragsabschluss

Künftig soll die Videotelefonie auch vor dem Abschlauss von Kfz-Versicherungen zum Einsatz kommen. Bei getunten Fahrzeugen, Sport- und Luxusfahrzeugen sowie bei Oldtimern kommt es häufig vor, dass die Fahrzeuge von einem Sachverständigen geprüft und geschätzt werden, bevor der Versicherungsvertrag abgeschlossen wird. Jetzt können die Fahrzeuge per Smartphone live und unkompliziert vom Sachverständigen begutachtet und dokumentiert werden.

„Die Zurich-Videotelefonie ist Teil unseres Mobilitätskonzepts, das nun neben der Schadenbegutachtung noch um einen Schritt erweitert wurde. Schon beim Abschluss einer Versicherung bleibt der Kunde so deutlich flexibler und kann zügiger mit dem Zurich Versicherungsschutz starten“, erklärt Markus Troche, Head of Claims bei der Zurich-Gruppe Deutschland. „Auch im Schadenfall können wir so für deutlich mehr Mobilität sorgen: Durch die schnelle Begutachtung per Smartphone ist der Wagen zügiger in der Werkstatt oder ein Ersatzwagen bestellt.“

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Über den Autor

 Silvia Lulei

Silvia Lulei

, Redaktion »kfz-betrieb«