AZT Automotive GmbH 50 Jahre im Dienst der Sicherheit

Autor: Peter Diehl

Die Verkehrssicherheitsforschung des Allianz Zentrums für Technik (AZT) existiert seit fünf Jahrzehnten. Sie geht auf die drastische Steigerung der Reparaturkosten und die resultierende Verteuerung der Autoversicherung Anfang der Siebzigerjahre zurück.

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Von rechts: Dr. Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer der AZT Automotive GmbH, Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG, und Moderator Fero Andersen während des 9. Allianz Motor Days am 22. September 2021.
Von rechts: Dr. Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer der AZT Automotive GmbH, Jochen Haug, Schadenvorstand der Allianz Versicherungs-AG, und Moderator Fero Andersen während des 9. Allianz Motor Days am 22. September 2021.
(Bild: Diehl)

Genau genommen kann das AZT im kommenden Jahr sein bereits 90-jähriges Bestehen und den 60. Geburtstag des Standorts Ismaning feiern. Doch warum spricht man in diesem Jahr von „50 Jahren Forschungsinstitut“? Weil der Vorläufer der heutigen AZT Automotive GmbH im Jahr 1971 entstand.

Der Reihe nach: Die Allianz Versicherungs-AG gründete 1932 in Berlin das Allianz Zentrum für Technik. 30 Jahre später folgte der Umzug nach Ismaning bei München, wo dem Institut auch besagter Vorläufer der AZT Automotive GmbH hinzugefügt wurde. Er wurde gegründet, weil sich die Reparaturkosten in dieser Zeit drastisch verteuerten – und damit auch die Autoversicherung. Prof. Dr.-Ing. Max Danner, Initiator und erster Leiter des Instituts, begann damals, Unfälle und Schäden systematisch zu erforschen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich Unfälle vermeiden und Schäden begrenzen lassen.

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Wegfahrsperre und Bumper-Test

Beispiele für Untersuchungen des AZT sind die Themengebiete Sicherheitsgurt, Airbag, Kinderrückhaltesystem, Kindertransport per Fahrrad, Hund im Auto, Motorradunfall, Autositze und Kopfstützen. Das Anforderungsprofil für die elektronische Wegfahrsperre entwickelte das AZT im Jahr 1993 und ergänzte es 2019 um ein Profil für den virtuellen Autoschlüssel im Smartphone. Noch gut in Erinnerung sein dürfte der sogenannte Bumper-Test aus dem Jahr 2006: ein neuer Crashtest für Stoßfänger bei Auffahrunfällen im niedrigen Geschwindigkeitsbereich. Was seit 2010 in Deutschland Bestandteil der Versicherungseinstufung ist, wurde von einer Expertengruppe des Research Council for Automobile Repairs (RCAR) unter Leitung des AZT entwickelt.

Die folgende Selbsteinschätzung ist somit korrekt: „Seit nunmehr 50 Jahren steht das AZT für Kompetenz in der Fahrzeugtechnologie und Sicherheitsforschung. Ob Sicherheitsgurt, Airbag, Diebstahlsicherheit, Fahrassistenzsysteme oder Crashtests: Das AZT hat maßgeblich zur Etablierung von heute selbstverständlichen Sicherheitssystemen im Auto beigetragen, weltweite Standards gesetzt und eine Vielzahl von Studien zur Verkehrssicherheit veröffentlicht.“

Aktuelle Herausforderungen sieht man im vernetzten, assistierten und automatisierten Fahren. Hierzu Dr. Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer der AZT Automotive GmbH: „Wir stehen in den kommenden Jahren vor großen Umbrüchen in der Automobiltechnologie und Mobilität. Die Fahrzeuge werden elektrisch, in hohem Maße vernetzt und zunehmend assistiert und automatisiert sein. Damit einher gehen viele Chancen für die Verkehrssicherheit, aber auch neue Risiken, und wir erwarten einen Wandel der Autoversicherung hin zu einem noch stärker datengetriebenen, technologiebasierten Produkt.“

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Über den Autor

 Peter Diehl

Peter Diehl

Fachredakteur Automobiltechnik und -reparatur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG