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Alles Drin in der Kalkulation?

| Redakteur: Konrad Wenz

IFL-Vorsitzender Peter Börner appeliert an die Betriebe offensichtlich falsche Vorgabezeiten der OEM zu melden.
IFL-Vorsitzender Peter Börner appeliert an die Betriebe offensichtlich falsche Vorgabezeiten der OEM zu melden. (Bild: Wenz)

Die IFLListe ist seit nunmehr 2,5 Jahren am Markt und hat nun den Weg in die Kalkulationssysteme von DAT und Audatex (Carisma) gefunden. Den Werkstätten steht somit die Liste im EDV-System zur Verfügung und die erforderlichen Positionen können einfach ausgewählt werden. Warum aber gibt es die IFL-Liste?

Nahezu alle Automobilhersteller haben in der Vergangenheit Arbeitswerte für Reparaturen an ihren Fahrzeugen erfasst und über verschiedene Datenlieferanten zur Verfügung gestellt. In der Regel handelt es sich hierbei um zusammengefasste einzelne kleinere Arbeitsschritte, welche in ihrer Summe den Ersatz eines Bauteils darstellen, beispielsweise die Arbeitszeit für „Seitenteil ersetzen“.

Seit einigen Jahren vernachlässigen einige Hersteller die Erfassung der Arbeitszeiten oder setzen diese aus Vorgängermodellen oder fiktiven Berechnungen zusammen. Oft ist dabei nicht mehr nachzuvollziehen, welche Positionen im Einzelnen berücksichtigt werden. Die Anbieter der Kalkulationssysteme werden hierbei oft vor große Herausforderungen gestellt, die gelieferten Zeitvorgaben in deren Datenbanken mit den notwendigen Umfasstexten (Inhalte der Arbeitspositionen) erfassen zu können.

Die Interessengemeinschaft Fahrzeugtechnik und Lackierung e. V. (IFL e.V.) als Institution zur Ermittlung solcher „Informationslücken“ hat zahlreiche Reparaturanleitungen und Arbeitszeitvorgaben der Hersteller überprüft und festgestellt, dass fast ausnahmslos wiederkehrende und erforderliche Arbeitspositionen fehlen. Da diese im Rahmen einer fachgerechten Reparatur unabdingbar durchgeführt werden müssen, ergeben sich für die ausführende Werkstatt regelmäßig Minuszeiten, welche sich negativ auf den Umsatz auswirken. Die nicht vorgegebenen und somit nicht erfassten Positionen hat die IFL in ihrer Liste zusammengeführt und stellt diese dem Reparaturmarkt kostenfrei zur Verfügung.

Es handelt sich ausschließlich um erforderliche Arbeitsschritte, welche nicht in den Vorgabezeiten der Fahrzeughersteller und Datenlieferanten enthalten sind. Die IFL hat dies gemeinsam mit den technischen ZKF-Ausschüssen überprüft. Dennoch muss der Anwender der IFL-Liste mit seinem Fachwissen im Einzelnen entscheiden, welche Positionen zusätzlich erforderlich sind und welche nicht. Hierzu sind die Reparaturanleitungen der Fahrzeughersteller, die einschlägigen Brancheninformationen oder die Meinung des Fachmannes aus der Praxis zum Abgleich notwendig.

Die IFL plädiert an alle Beteiligte, die Liste sorgfältig anzuwenden und erforderliche Positionen während der Reparatur zu dokumentieren. Die Rechnungen sind zu akzeptieren, auch wenn diese über die vom Hersteller genannten Arbeitspositionen hinausgehen. Die Rechnung des Betriebes stellt den Gesamtaufwand der erforderlichen Arbeitsschritte dar und muss allein aus diesem Grund vollständig sein, was den Hauptzweck der Liste der IFL erklärt. Nutzen Sie also diese IFL-Liste in den EDV-Systemen, sie ist ein Garant dafür, die „Alles drin“-Frage näher an der Wirklichkeit beantworten zu können.

Mit kollegialen Grüßen

Peter Börner

Vorsitzender

Die IFL-Liste „Frei wählbare Arbeitspositionen“ ist hier aufrufbar!

Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e. V. Institution zur Grundlagenforschung und Zeiterfassung für Karosserie-, Lackier- und Fahrzeugtechnik Grüner Weg 12 Vorstand: 61169 Friedberg Peter Börner, Wilhelm Hülsdonk Telefon: 06031-79479-0, Telefax: 06031-79479-10 Vereinsregister: Amtsgericht Friedberg (Hessen) VR 2926

E-Mail: info@ifl-ev.de

Internet: www.ifl-ev.de

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