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IFL Arbeitsposition "Batteriestützbetrieb"

| Redakteur: Marion Fuchs

Zum Auslesen der Fehlerspeicher ist die Erhaltung des Batterieladezustandes eines Fahrzeugs erforderlich. Die Friedberger Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) hat nun eine Möglichkeit geschaffen, diesen Aufwand auch kalkulieren zu können.

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Zum Auslesen der Fehlerspeicher ist die Erhaltung des Batterieladezustandes eines Fahrzeugs erforderlich.
Zum Auslesen der Fehlerspeicher ist die Erhaltung des Batterieladezustandes eines Fahrzeugs erforderlich.
(Bild: Peter Alvey Photographer/Archiv )

Bereits Anfang 2017 haben BVSK, ZDK und ZKF eine gemeinsame Erklärung darüber abgegeben, dass schon im Rahmen der Schadenfeststellung die Fehlerspeicherauslese, diverse De- und Montagearbeiten und die Fahrzeugvermessung (Achs- und Karosserieeingangsvermessung) unter anderem aufgrund der in den modernen Fahrzeugen verbauten, hochkomplexen Fahrzeugelektronik mit einer Vielzahl von modernen Fahrassistenzsystemen (FAS), erforderlich sind.

Mit dem Anstieg der werkseitig verbauten FAS in allen Fahrzeugklassen gewinnt das Erkennen von unfallbedingten, elektronischen Fehlern in den Steuergeräten und den elektronischen Systemen der Fahrzeuge aktuell an Bedeutung. Die Fehlerauslese vor Reparaturbeginn gibt Aufschluss über schadensbedingt erforderliche Instandsetzungen und über eventuell vor Unfall vorhandene Fehler am Fahrzeug bzw. in den Steuergeräten. Auch die Sachverständigen sind auf diese technischen Informationen zur Erstellung vollständiger und fachgerechter Gutachten angewiesen.

Abfallende Spannung

Viele der verbauten Steuergeräte und elektronischen Bauteile werden bereits beim Öffnen des Fahrzeuges aktiviert. Ohne laufenden Motor sorgen diese Verbraucher innerhalb weniger Minuten dafür, dass die Batteriespannung unter 12 V abfällt und das Batteriemanagement-System des Fahrzeuges elektronische Komponenten oder komplette Systeme abschaltet. Nach kurzer Zeit meldet das Diagnosegerät, dass ein Batterieladegerät angeschlossen werden muss, um eine Unterbrechung des Auslesevorgangs und einen zu hohen Abfall der Batteriespannung zu vermeiden.

In den gängigen Kalkulationssystemen von Audatex, DAT und Schwacke/Eurotax gibt es von verschiedenen Fahrzeugherstellern bereits entsprechende Arbeitspositionen. Diese werden teilweise automatisch von den Kalkulationssystemen, zum Beispiel der Arbeitsposition „Geführte Fehlersuche (GFS)“, ausgelöst. Die GFS wird so beispielsweise bei der Erneuerung von Scheinwerfern automatisch zugesteuert. Dazu gehört auch die Arbeitsposition „Batterieladeerhaltung“ oder auch „Bordnetzspannung aufrechterhalten“ (bei Prüf- und Diagnosearbeiten). Zum Bereitstellen und Anschließen des Batterieladegerätes kann es zusätzlich erforderlich sein, verschiedene Anbauteile oder Verkleidungen zu demontieren beziehungsweise montieren.

Beim Kalibrieren oder Einstellen von Fahrerassistenzsystemen wie Radarsensoren, 360° Kameras, Sideview etc. ist es gleichfalls erforderlich den Batteriezustand fortlaufend zu überwachen. Die IFL hat mit der IFL-Position Nr. 56 „Batteriestützbetrieb (zur GFS/ Geführten Funktion)“ eine Möglichkeit geschaffen, diesen Aufwand kalkulieren zu können. Bei Fahrzeugen ab Euro 5 ist es aus den oben genannten Gründen immer erforderlich, die Batterieladeerhaltung zusätzlich zur Fehlerspeicherauslese vorzusehen. In jedem Fall sind die herstellerspezifischen und tagesaktuellen Informationen und Anforderungen zu berücksichtigen.

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