Caravan-Reparatur Kein Geschäft für jede Werkstatt

Von Christian Otto 8 min Lesedauer

Ein schnell gewachsener Fahrzeugbestand und ein konstanter Bedarf an Reparaturkapazitäten: Das Werkstattgeschäft im Bereich Reisemobile und Caravan scheint sehr attraktiv. Doch die Unterschiede zur Pkw-Reparatur sind groß, und deshalb ist die Portfolioerweiterung nicht für jeden Betrieb sinnvoll.

Kompetenzen in der Reisemobil- und Caravan-Reparatur sind derzeit sehr gefragt. Doch nicht für jeden Betrieb passt dieses Geschäftsfeld.(Bild:  Otto - VCG)
Kompetenzen in der Reisemobil- und Caravan-Reparatur sind derzeit sehr gefragt. Doch nicht für jeden Betrieb passt dieses Geschäftsfeld.
(Bild: Otto - VCG)

In welchen Branchen gibt es derzeit noch Stabilität? Die Liste dürfte kurz ausfallen. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich die deutsche Caravaningbranche als derzeit sehr robust darstellt, und anders als beispielsweise die Fahrradbranche auch nach dem Corona-Hoch keinen extremen Einbruch hinnehmen musste. In den 2010er-Jahren wuchs der Markt kontinuierlich, die Jahresbilanzen kannten nur eine Richtung – nach oben. Mit der Pandemie folgten außergewöhnliche Verkaufsrekorde. Im Jahr 2025 wurde dann bei den Reisemobilen erstmals die magische Zulassungszahl von einer Million Fahrzeuge in Deutschland erreicht. Zusätzlich kommen rund 800.000 Caravans hinzu.

Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravan Industrie Verbands – kurz CIVD –, spricht im aktuellen Jahresband von „Zahlen, die selbst die kühnsten Branchenoptimisten vor einigen Jahren wohl noch als ferne Zukunftsvisionen abgetan hätten“. Und auch neue rechtliche Rahmenbedingungen erweitern nochmals die potenzielle Käufergruppe. Denn durch erfolgreiche Lobbyarbeit gelang die Erweiterung des B-Führerscheins auf 4,25 Tonnen für Reisemobile.