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Bedeutung der VIN-Abfrage

| Redakteur: Marion Fuchs

Voraussetzung für eine fachgerechte und vollständige Unfall-Schaden-Kalkulation und/oder Fahrzeugbewertung ist die Identifizierung der werkseitigen Ausstattung eines Fahrzeuges.
Voraussetzung für eine fachgerechte und vollständige Unfall-Schaden-Kalkulation und/oder Fahrzeugbewertung ist die Identifizierung der werkseitigen Ausstattung eines Fahrzeuges. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

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Die Mitglieder des IFL-Konsortiums „Datenlieferanten“ (Audatex, DAT, Schwacke (DEU) und Eurotax (AUT) sind aufgrund eingegangener Meldungen und gesammelter Erfahrungen der Ansicht, dass die Identifizierung der werkseitigen Ausstattung eines Fahrzeuges mittels der Fahrgestellnummer (VIN=Vehicle Identification Number) die Voraussetzung für eine fachgerechte und vollständige Unfall-Schaden-Kalkulation und/oder Fahrzeugbewertung ist. Alle relevanten Online-Schadenkalkulationssysteme bieten eine solche Funktion an. Es ist aber festzustellen, dass die VIN-Qualitäten einzelner Fahrzeughersteller unterschiedlich sind.

Technische Voraussetzungen

Für die Nutzung der VIN-Abfrage ist eine Internetverbindung notwendig. Die Kosten pro VIN-Abfrage sind abhängig vom Kalkulationssystemanbieter und vom jeweiligen Fahrzeughersteller und variieren üblicherweise zwischen 1,- € und 3,- €.

Die Einzelnachweise für die getätigten VIN-Abfragen können bei Audatex über den jeweils zuständigen Berater angefordert werden.

Den DAT-Anwendern steht die Funktion Einzelnachweis zur Verfügung. Jede VIN-Abfrage kostet 1,- €. Bei Schwacke können über den Button „Administration/Statistik-VIN“ die durchgeführten VIN-Abfragen über einen Zeitraum von jeweils 92 Tagen abgerufen werden. Mit Ihrem Administratoraccount steht bei Eurotax AT unter Administration – Lizenzzähler – Filter öffnen unter Service: „VIN Abfrage“ ein Transaktionslog zur Verfügung.

Vorgehen ohne Abfrage

Wird dagegen keine VIN-Abfrage durchgeführt, müssen die Ausstattungsvarianten manuell vom Anwender vorgegeben werden. Ohne deren genaue Vorgabe können die Systeme nicht korrekt kalkulieren. In der Praxis bedeutet dies, dass der Anwender über genaueste Kenntnisse der Fahrzeugausstattung verfügen sollte. Alternativ muss die Ermittlung der Ausstattung visuell am Fahrzeug vorgenommen werden. Im Nachhinein werden die Ausstattungsvarianten in die Kalkulationssysteme übertragen. Hierbei treten möglicherweise Eingabefehler und Verwechslungen auf, die dann im Kalkulationsergebnis oder bei der Ersatzteilbestellung zu Fehlern führen.

Weitere Schwerpunkte sind Sonderausstattungen. Innerhalb eines Fahrzeuglebens kann es zu Veränderungen gegenüber des Ursprungszustand, wie zum Beispiel bei Reifen/Felgen, Windschutzscheiben etc. kommen, die nicht VIN-konform sind. Auch werden gerade in den Übergangzeiten die Sommer- oder Winterräder oft nicht berücksichtigt.

Der Anwender entscheidet, auch unter Berücksichtigung der Fahrzeughersteller-Angaben, darüber, mit welchem Lacksystem kalkuliert werden soll. Zusätzlich muss der Anwender die Ausführungsvarianten manuell vorgeben. Diese Eingaben sind erforderlich, damit die Systeme die zur Auswahl passenden Lackiervorbereitungszeiten und das Lackmaterial errechnen können.

Alternativen und Schulungen

Sollte im jeweilig verwendeten System eine VIN-Abfrage nicht möglich sein, stehen den Anwendern als Alternativen zum einen die Fahrzeugbestimmung durch KBA-Nummern (Fahrzeugschein/-brief) oder die manuelle Bestimmung/Auswahl des Fahrzeuges aus dem Suchbaum zu Verfügung. Bei Schwacke/Eurotax ist zusätzlich die Suchfunktion über den SchwackeCode/NatCode möglich. Hierbei ist zu beachten, dass sämtliche Ausstattungs- und alle Ausführungsvarianten manuell vom Anwender vorgegeben werden müssen.

Schulungen zum Thema werden von allen Kalkulationssystemanbietern bundesweit angeboten. Eine regelmäßige (jährliche) Aus- und Weiterbildung im Umgang mit den Kalkulationssystemen wird von den Datenanbietern und der IFL empfohlen.

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