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Quantron Brennstoffzelle statt Diesel: Umrüstung am Fließband

| Autor: Thomas Günnel

Dieselmotor raus, Brennstoffzelle rein: Das Unternehmen Quantron will ab dem Jahr 2022 schwere Lkw auf den Betrieb mit Wasserstoff umrüsten – in Serienproduktion. Aufträge werden bereits angenommen.

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Der Emergon war früher mit Dieselmotor unterwegs, nach der Umrüstung tankt er Wasserstoff.
Der Emergon war früher mit Dieselmotor unterwegs, nach der Umrüstung tankt er Wasserstoff.
(Bild: Quantron)

Die Wasserstoff-Brennstoffzelle hat vor allem in Lastkraftwagen und Bussen großes Potenzial. Das Unternehmen Quantron will deshalb Mitte des Jahres 2022 mit der Serienproduktion des „Energon“ beginnen, einem mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Lkw. Die Besonderheit: Es handelt sich dabei um umgerüstete gebrauchte Fahrzeuge, die vorher mit Dieselmotoren unterwegs waren. Anders als bei der Zusammenarbeit zwischen Nikola und Iveco entstehen hier also keine Neufahrzeuge, laut Unternehmen ist das bislang auch nicht geplant.

„Serienfertigung heißt für uns, dass wir eine jährliche Kapazität von 5.000 Fahrzeugen abbilden können“, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Aufträge für die Umrüstung nimmt das Unternehmen bereits jetzt entgegen, „diese werden bis Ende 2021 umgesetzt“. In die Fertigung der Komponenten für die Brennstoffzellen-Trucks sind auch europäische Zulieferer eingebunden.

Die umzurüstenden Modelle basieren auf der Plattform des Iveco Stralis, konkret geht es um das Modell Strator, einen schweren Haubentruck. Der Energon ist entsprechend ein 44-Tonnen-Lkw für den Güterverkehr. Rund 700 Kilometer Reichweite gibt Quantron für den Lkw an. Der Elektromotor leistet 340 Kilowatt, die Energie liefert eine Brennstoffzelle mit 130 kW Leistung, unterstützt von einem 110 kWh Lithium-Eisenphosphat-Akku. Die Kraft gelangt über ein 2-Gang-Getriebe auf die Straße. Grundsätzlich ist die Technik aber auch in anderen Fabrikaten einsetzbar.

Zu den Preisen für die Umrüstung äußert sich das Unternehmen bislang nicht, „wir versuchen die TCO (Total Cost of Ownership)-Bilanz der Unternehmen zu erreichen, die eine Umrüstung beauftragen“, beschrieb der Unternehmenssprecher. Außerdem sei es möglich, das Fahrzeug „as a service“ zu buchen: mit Fahrer und Infrastruktur.

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