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Carlofonprodukte im Einsatz

Redakteur: Redaktion Fahrzeug + Karosserie

Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutzausbesserung sind im Fachbetrieb zuhause: Der Unterbodenschutz und die Hohlraumversiegelung liefern einen wichtigen Beitrag zur Werterhaltung des Fahrzeuges.

(Archiv: Vogel Business Media)
So wird zwar nach einer Schadensinstandsetzung der Korrosionsschutz an der Karosserie und dem Unterboden wieder fachmännisch hergestellt, aber auch der normale tägliche Einsatz zerrt am Versiegelungs- und Schutzmaterial unter dem Fahrzeug. Wie die Produkte der Firma Carlofon (früher Dinol) verarbeitet werden, konnten wir im Eurogarant-Fachbetrieb von Damir Zurga in Bodnegg erfahren.

In der Firma Zurga werden seit langer Zeit die Unterbodenschutz- und Hohlraumversiegelungsprodukte der Firma Carlofon eingesetzt. Mit dem diesjährigen Betriebsumbau wurde auch zusätzlich Platz geschaffen, um diese Servicearbeit besser durchführen zu können. Die langjährige Kooperation zwischen Damir Zurga und der Firma Carlofon wurde zudem erst kürzlich mit der Auszeichnung "Carlofon-Servicewerkstatt" unterstrichen.

Wir fragten den Betriebsinhaber Damir Zurga, warum seine Kunden nicht nur auf die Werksgarantie gegen Durchrostung vertrauen. Der Karosseriebaumeister lässt die Tatsachen sprechen und zeigt seinen Kunden die Unterseite ihrer Fahrzeuge. In der Halle mit der Direktannahme werden dann die Kunden meist zu schnellen Auftraggebern. Da sie Ihre Fahrzeuge selten von unten sehen, sind sie natürlich erstaunt, wenn bereits an einem einjährigen Auto die Beschichtung am Schweller oder Unterboden angegriffen ist. Da viele Kunden ihre Fahrzeuge fünf bis sechs Jahre fahren und in gutem Zustand erhalten möchten, wird eine Ausbesserung des Unterbodenschutzes jetzt in Auftrag gegeben.

Eine andere Kundengruppe sind die Besitzer von Youngtimer- oder Oldtimerfahrzeugen, die besonders auf den Werterhalt ihrer rüstigen Automobile achten. Hier kann jede Roststelle langfristig zu einer aufwendigen Blechreparatur führen.

Praxis in der Werkstatt

Die Anwendung von Unterbodenschutz- und Hohlraumversiegelungsprodukten in der Werkstatt kann an jedem Arbeitsplatz durchgeführt werden, jedoch sollte eine Abtrennung oder ein Abdecken benachbarter Fahrzeuge vorsorglich durchgeführt werden. Wie die Arbeiten durchgeführt werden, konnten wir an einem Youngtimer der Marke Audi Modell Urquattro sehen. Das über 20 Jahre alte Fahrzeug hatte die üblichen Rostansatzstellen und war zur Kontrolle und Ausbesserung des Unterbodenschutzes in die Werkstatt gekommen.

Nach dem Aufheben mittels Hebebühne wurde der Boden abgedeckt, um Materialtropfen oder Sprühnebel aufzufangen. Nach der Demontage des hinteren Rades musste die Bremsscheibe, der Schweller und die Heckschürze mit Abdeckpapier verkleidet werden, um ein Eindringen des sehr kriechfähigen Unterbodenschutzmittels in diese Bereiche auszuschließen.

Anschließend konnte der Facharbeiter die kritischen Stellen am Fahrzeug mit dem Vorsprühmaterial versehen. Dabei musste er an Falzen etwas mehr Material auftragen, weil das Material dort eindringen soll. Nach ca. 30 Minuten Ablüftzeit konnte dann die eigentliche Unterbodenschutzmasse aufgetragen werden. Dieses Dickschichtwachs hat einen hohen Salzsprühtestwert und ist braunmetallic-farbig. Nach kurzer Zeit entsteht der starke Trockenfilm dieses Materials, welcher dann resistent gegen mechanischen Abrieb ist, z. B. durch Steinschlag.

Verschiedene Düsen

Zum Einsatz des Unterbodenschutzes und der Hohlraumversiegelung stehen dem Anwender verschiedene Aufsätze, Mundstücke genannt, zur Verfügung: Beispielsweise ein kurzes Mundstück mit Richtungsanzeiger, sodass der Anwender genau weiß, wo im Inneren eines Hohlraumes das Material versprüht wird. Besonders geeignet bei Omnibussen und deren Vierkant-Profilen, wo eine Zugänglichkeit mittels langer Sonden nicht möglich ist. Dieses Mundstück hat einen Sprühwinkel von 15° und zwei Öffnungen, die um 180 ° versetzt sind.

Ein weiteres sprüht radial mit einem Spritzwinkel von 360°. Es ist für lange Hohlräume konzipiert, mit einer Sondenlänge von 200 cm und mit einem Edelstahlmantel umlegt, um Beschädigungen der Leitung an scharfen Kanten zu vermeiden. Der gelbe Schrumpfschlauch am vorderen Ende signalisiert dem Anwender beim Herausziehen das Kopfende der Sonde. Dadurch kann ein Verspritzen außerhalb des Hohlraumes vermieden werden. Für den Unterboden kommt wieder ein anderes Mundstück zum Einsatz, womit ein homogener, flächiger Auftrag erzielt werden kann. Der Flachstrahl hat einen Spritzwinkel von 65°, auch geeignet für Radläufe.

Immer hat der Anwender die Handpistole, auch Ventilgriff genannt, in der einen Hand, um die Austrittsmenge zu dosieren. Je nach Mundstück führt die andere Hand das Ende des Anschlussstückes. Für einen schnellen Wechsel sorgt die Schnellkupplung direkt an der Handpistole.

Warum 2-Schicht-Behandlung?

Bei neueren, nicht vorkorrodierten Fahrzeugen dient „Penetrant“ von Carlofon zum Versiegeln und Schützen von Falzen, Doppelungen, Verschraubungen etc. in schwer zugänglichen Bereichen, die mit einem Unterbodenschutzprodukt nicht erreicht werden. Eine Barriere gegen Kontaktkorrosion bei Materialmix (z. B. Aluminium/Stahl) wird ebenfalls erreicht. Hier ist hohes Spaltkriechvermögen gefordert, um z. B. ein Eindringen von Streusalz und ähnlichen Kontaminationen zu verhindern.

Bei älteren, mit Unterbodenschutz behandelten Fahrzeugen, an denen eventuell partieller Rostansatz vorhanden ist, kann „Penetrant“ vorhandene (tragfähige) Altbeschichtungen „reparieren“, indem ein Vordringen in Schwundrisse, mechanische Beschädigungen etc. gewährleistet wird. Gleichzeitig werden Altbeschichtungen oberflächlich leicht angelöst, um eine optimale Haftung der beaufschlagten Unterbodenwachsschicht sicher zu stellen. Vorhandener Rost wird durchdrungen und der Zutritt von Feuchtigkeit und Luftsauerstoff verhindert. So wird ein Fortschreiten der Korrosion verhindert oder sehr stark verzögert.

Das Produkt „Sealant“ dient als Schutz gegen mechanischen Abrieb, also z. B. Steinschlag am Unterboden und im Radlaufbereich. 2-Schicht Behandlung also, weil mit zwei hochspeziellen Produkten gearbeitet wird, die sich in ihren Eigenschaften ergänzen.

Das Produkt, z. B. „Penetrant“ für Hohlräume, wird mit sehr hohem Druck eingebracht und somit sehr fein zerstäubt. Eine komplette Benetzung ist gewährleistet und – sehr wichtig – eventuell in Hohlräumen vorhandener Schmutz wird aufgewirbelt und mit dem Produkt „ummantelt“ so dass sich dieser nicht mehr mit Feuchtigkeit vollsaugen und korrosionsfördernd wirken kann. Mit den speziellen Sonden für „Penetrant“ und „Sealant“ wird ein homogener, optisch ansprechender Schutzfilm hergestellt, geforderte Schichtstärken können gut eingehalten werden.

Von Dinol bis Carlofon - eine Geschichtsreise

Das 1947 von Dinol in Schweden entwickelte Korrosionsschutz-System trat seinen Siegeszug zuerst in Skandinavien und danach um die Welt an, da sich zu dieser Zeit die Pkw-Konstruktion vom Chassis zur selbsttragenden Karosserie mit stark korrosionsanfälligen Hohlräumen änderte.

Ende der 60er Jahre wurde Dinol in Deutschland und Nachbarländern eingeführt. Während in vielen Ländern spezielle Korrosionsschutz-Stationen aufgebaut wurden, hat sich Dinol in Deutschland (wie auch in Österreich und der Schweiz) für die Zusammenarbeit mit Karosserie- und Lackierbetrieben entschieden und daraus ein bundesweites Netz mit Vertragspartnern aufgebaut.

In den 70er Jahren kauft Dinol das amerikanische Unternehmen „Tuff-Kote“ (phonetisch aus dem englischen „tough coat“), ein Hersteller von Unterbodenschutz in den USA. Das Ergebnis war der Export schwedischer Technologie und Import von amerikanischem Marketing-Know-how.

Es folgte die Entwicklung eines 2-Schicht-Verfahrens unter dem Namen „Tuff-Kote Dinol“ in Schweden, das ab 1978 als Franchise-System mit Partnern aus dem bestehenden Stationsnetz in Deutschland aufgebaut wurde.

1990 wurde Dinol von der Schweizer EMS-Togo Gruppe übernommen, die bereits führender Lieferant für PVC-Unterbodenschutz und PUR-Scheibenklebstoffen an die Autoindustrie war, der aber ein Korrosionsschutz-Programm fehlte. Es folgte die Trennung des Vertriebs in der Weise, dass Dinol das gesamte Aftermarket-Geschäft, jetzt inklusive der PUR-Kleb- und Dichtstoffe, verantwortete und die Schweiz sich auf das OEM-Geschäft mit der Auto-Industrie konzentrierte.

1998 übernahm Dinol die Pyrmo-Chemie in Lügde inklusiv der Tochtergesellschaft Carlofon GmbH in Langenfeld, um eine breitere Marktabdeckung im Reparaturbereich von Karosserie und Lack zu erreichen. Es entstand die Dinol Pyrmo GmbH, später Dinol Deutschland GmbH.

2006 erfolgte aus vertriebstechnischen Gründen eine Umfirmierung in Carlofon GmbH und damit eine Expansion in den weltweiten Aftermarket.

2011 zog Carlofon von Langenfeld nach Pohlheim-Garbenteich in einen größeren und moderneren Betrieb.

 

 

 

 

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