Alternative Antriebe Daimler Truck startet zweite Erprobungsphase seiner Wasserstoff-Lkws

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Zusammen mit fünf Kunden hat Daimler Truck die zweite Erprobungsphase seines Brennstoffzellen-Lkw Mercedes-Benz GenH2 Truck eingeläutet.

Die Erprobung des GenH2 Trucks geht in die zweite Erprobungsphase.(Bild:  Daimler Truck)
Die Erprobung des GenH2 Trucks geht in die zweite Erprobungsphase.
(Bild: Daimler Truck)

Ziel während der einjährigen Erprobungsphase ist es, praxisnahe Erfahrungen im Transportalltag mit Brennstoffzellen-Lkw zu sammeln. Daimler Truck hat nach Abschluss der ersten Erprobungsphase seiner Mercedes-Benz GenH2 Trucks die zweite Phase begonnen. Mit fünf weiteren Partnerunternehmen wünscht der Nutzfahrzeughersteller, seine Brennstoffzellen-Lkw auf Basis von realen Kundenanforderungen für den Serieneinsatz vorzubereiten.

Hornbach, Reber Logistik, Teva Deutschland nebst Marke Ratiopharm, Rhenus und DHL Supply Chain werden stetig jeweils einen Mercedes-Benz GenH2 Truck auf ihren regulären Logistikrouten innerhalb Deutschlands in Betrieb nehmen. Dabei sollen branchenübergreifende Einsatzzwecke getestet und zusätzliche Betriebsszenarien abgebildet werden. Ferner fließen sämtliche gewonnenen Erkenntnisse direkt in die Weiterentwicklung des Fahrzeugs sowie in Vorbereitungsmaßnahmen für Vertrieb und Serviceprozesse ein.

Flüssig-Wasserstoff

Alle fünf Brennstoffzellen-Lkw kommen bei den Partnern über ein Jahr hinweg auf unterschiedlichen Strecken unter realen Bedingungen in verschiedenen Logistikanwendungen zum Einsatz. Das reicht vom temperaturgeführten Pharmatransport bis zu Stückgutverkehr im internationalen Fernverkehr. Der Mercedes-Benz GenH2 Truck bietet als Brennstoffzellen-Lkw mit einem Gesamtgewicht von rund 40 Tonnen und einer Zuladung von etwa 25 Tonnen im schweren Gütertransport eine technische Ausstattung, die deren von Diesel-Fernverkehrsfahrzeugen ähnlich ist. Das Brennstoffzellensystem liefert dauerhaft bis zu 300 kW Leistung, ergänzt durch eine kleine Zusatzbatterie zur Unterstützung bei Lastspitzen und Energierückgewinnung beim Bremsen.

Als Energiequelle kommt flüssiger Wasserstoff zum Einsatz, der entscheidende Vorteile im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff bietet: Eine höhere Energiedichte ermöglicht mehr Reichweite pro Tankfüllung sowie reduzierte Transportaufwände. Betankt werden die Fahrzeuge an dafür vorgesehenen Flüssigwasserstofftankstellen (sLH2) in Wörth am Rhein und im Raum Duisburg. Im Rahmen der ersten praxisnahen Erprobung haben die fünf Brennstoffzellen-Lkw bereits insgesamt über 225.000 Kilometer zurückgelegt. Der durchschnittliche Wasserstoffverbrauch lag je nach Einsatz zwischen 5,6 und 8,0 Kilogramm auf 100 Kilometern, bei einem durchschnittlichen Gesamtzuggewicht zwischen 16 und 34 Tonnen.

Ausbau der Infrastruktur notwendig

Parallel zur Erprobungsphase Nummer zwei hat das Unternehmen mit der Entwicklungsphase für neue Brennstoffzellen-Lkw gestartet. Im Rahmen der Kleinserienproduktion sollen insgesamt 100 Sattelzugmaschinen im Werk Wörth gebaut und ab Ende 2026 bei verschiedenen Kunden in den Praxisbetrieb gehen.

Bei der Dekarbonisierung des Transports setzt Daimler Truck auf eine Doppelstrategie mit batterie- und wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Der Ausbau von Wasserstofftankstellen verläuft jedoch deutlich langsamer als erwartet. Infolgedessen werden Unternehmen in den nächsten Jahren nicht in der Lage sein, Wasserstoff-Lkw in größerer Anzahl einzusetzen. Daher ist die großflächige Industrialisierung von Brennstoffzellen und die geplante Serienproduktion wasserstoffbetriebener Lkw mit Fokus auf Europa für die frühen 2030er Jahre geplant.

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