Anbieter zum Thema
Das waren die Top-Themen im Technikteil des Pkw-Workshops
Hybrid- und Elektrofahrzeuge stellen neue Anforderungen an die Klimatisierung. Denn nicht mehr nur die Kabine muss gekühlt werden, sondern auch das Batteriepaket. Die Klimaanlage entwickele sich also vom Komfortfeature zum integralen Bestandteil des Antriebsstrangs, erklärte der Klimatechnikexperte Andreas Lamm in seinem Vortrag im Pkw-Workshop. Dieses komplexe Wärmemanagementsystem hat der Experte als Umsatzpotenzial für die Zukunft entdeckt und bietet dafür eine Schulung sowie weitere Hilfsmittel und Werkzeuge an.
Einen Überblick über die Lichttechnik in modernen Fahrzeugen gab Manfred Rudhart von der Firma RMI-Tec. Laut dem referenten sind digitale SEG deutlich genauer und eignen sich besonders für moderne Scheinwerfer, weil sie speziell für diese entwickelt wurden. Sie vermeiden beispielsweise den Bewertungsspielraum, den der Benutzer bei der Interpretation der Hell-Dunkel-Grenze bei analogen Geräten hat. Und nicht zuletzt schonen sie die Augen, weil der Bediener nicht in die extrem leuchtstarken LED-Scheinwerfer blicken muss.
Die Elektromobilität stellt Karosseriebetriebe vor neue Herausforderungen. Sie müssen nicht nur ihr Personal schulen, sodass es an Hochvoltfahrzeugen arbeiten darf, sondern sollten auch eine Infrastruktur aufbauen, um Kundenfahrzeuge aufladen zu können. Christoph Stricker vom Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) ging in seinem gemeinsamen Vortrag mit Michael Breuer zuerst auf die Ladeinfrastruktur ein. Wichtige Botschaft: leistungsstarke Ladestationen (alles über 3,6 kW) müssen beim Netzbetreiber gemeldet oder (ab 11 kW) sogar genehmigt werden. Das Thema Hochvolt-Schulungen stellte Michael Breuer den Teilnehmern vor. Für Karosseriebetriebe wird in Zukunft nötig sein, mindestens einen Mitarbeiter zu beschäftigen, der die höchste Stufe der Hochvoltkompetenz besitzt. Schließlich haben sie häufig mit Unfallfahrzeugen zu tun, bei denen nicht sicher ist, ob das Fahrzeug spannungsfrei oder die Batterie intakt ist.
Branchentreff lieferte auch wichtige Informationen zur Unternehmensführung
Den europaweiten Rechtsrahmen für das Insolvenzrecht setzt seit 2019 die EU-Richtlinie 2019/1023, informierte Rechtsanwalt Dr. Utz Brömmekamp die Teilnehmer. Sie hat zum Ziel, ein Insolvenzverfahren nach Möglichkeit zu vermeiden und Unternehmen zu sanieren. 2021 hat Deutschland diese Vorschriften in die nationale Gesetzgebung überführt. Jedes Unternehmen braucht nun ein Frühwarnsystem, um eine drohende Insolvenz zu erkennen. In die Risikostrategie müssen alle möglichen Fälle einbezogen werden, die für den Fortbestand des Betriebs eine Gefahr darstellen können.
Soziale Medien bieten die Möglichkeit, bestimmte Zielgruppen sehr gezielt zu erreichen, sich dort emotional und kreativ zu präsentieren und so mit relativ geringem Aufwand wirksam werben zu können, erklärte Valeska Martin (Institut der Deutschen Wirtschaft Köln) in ihrem Vortrag. Für die Präsentation von Betrieben eignen sich vor allem die Netzwerke Facebook, Linkedin, Instagram und Youtube. Alle werden von unterschiedlichen Zielgruppen genutzt und erfordern eine eigenständige Ansprache.
Verhandlungen – mit den Kunden, aber vor allem mit Versicherungen – sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit eines Karosserieunternehmers. Berater Boris B. Kimes verriet auf dem ZKF-Branchentreff die wichtigste Grundregel für eine erfolgreiche Verhandlungsstrategie: die Kunst, hart in der Sache, aber weich zur Person zu sein. Ohne gründliche Vorbereitung geht es nicht: So sollten Geschäftsführer ihr Unternehmen und die Zahlen in- und auswendig kennen. Ebenso sollten sie sich bewusst sein, dass in Verhandlungen sehr viel auf unbewusster Ebene stattfindet und eine gute Verhandlungsatmosphäre wichtig ist. Boris B. Kimes bietet in Zusammenarbeit mit dem ZKF demnächst ein Verhandlungstraining für Unternehmer aus der K&L-Branche an.
(ID:47477736)