ZKF-Branchentreff Das sind die drei größten Probleme beim Karosseriekleben

Autor: Jan Rosenow

Im Pkw-Workshop des digitalen ZKF-Branchentreffs konnten sich die Teilnehmer über zahlreiche Themen auf den neuesten Stand bringen. Das Programm reichte von der Klebetechnik über das Thermomanagement bis hin zur Unternehmensführung.

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ZKF-Geschäftsführer Thomas Aukamm führte durch den Workshop, der pandemiebedingt als Onlineveranstaltung stattfand.
ZKF-Geschäftsführer Thomas Aukamm führte durch den Workshop, der pandemiebedingt als Onlineveranstaltung stattfand.
(Bild: Rosenow/»Fahrzeug+Karosserie«)

Das Kleben ist sowohl in der Industrie allgemein als auch im Automobilbau ein bewährtes Verfahren. Und trotzdem hegen viele altgediente Karosseriebauer immer noch Vorbehalte gegenüber dieser Fügemethode. Diesen wollte Julian Band, Geschäftsführer der TC-Kleben GmbH, beim ZKF-Branchentreff entgegenwirken. Er eröffnete den Pkw-Workshop bei der Veranstaltung am 18. Juni 2021 mit einem Vortrag über das Karosseriekleben: In ihm fasste er die wichtigsten Punkte zusammen, die Karosseriebetriebe beim Umgang mit der Klebetechnik in der Automobilreparatur beachten müssen.

Folgende drei Problemgebiete hat Julian Band definiert:

  • den Zugang zu Reparaturleitfäden,
  • die Kompetenz des Personals und
  • die Gestaltung des Arbeitsumfelds.

Ordnung und Sauberkeit sind die wichtigste Voraussetzung

Der Zugang zu Reparaturleitfäden ist nicht immer gegeben. Außerdem ist ihre Nutzung oft unkomfortabel. Entsprechend werden sie nicht immer verwendet. Aber auch der Ausbildungsstand in Sachen Klebetechnik ist sehr unterschiedlich. Laut Julian Band gehen zudem in der Praxis viele Anwender sehr unbesonnen mit dieser Verbindungstechnik um – vor allem bei der Nahtvorbereitung oder dem Umgang mit den Kleb- und Hilfsstoffen.

Ein weiteres Problem sieht der Experte in der Arbeitsplatzgestaltung. Schließlich ist Kleben ein Vorgang (Adhäsion), der auf mikroskopischer Ebene stattfindet – entsprechend sauber muss gearbeitet werden. Staub in der Luft durch offene Hallentore, aber auch Silikonsprays oder zu hohe Lufttemperatur können die Qualität der Klebverbindung beeinträchtigen. Julian Band appellierte an die Zuhörer, dem Thema Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz höchste Aufmerksamkeit zu widmen. Silikon- oder Teflonsprays sollten sie am besten von den Karosseriearbeitsplätzen verbannen.

Ausbildung zum Klebespezialisten angedacht

Wichtige Informationen zum Kleben sind in einem Merkblatt des DVS (Deutscher Verband für Schweißtechnik) zusammengefasst. Mittlerweile gibt es sogar eine Norm (DIN 2304-1) zu den Qualitätsanforderungen an Klebprozesse. Diese Norm teilt die Klebungen je nach ihrem Einfluss auf die Fahrzeugsicherheit in vier Klassen ein (S1 bis S4).

  • Für S4 gelten keine Anforderungen an das ausführende Personal
  • für S3 müssen die Mitarbeiter unterwiesen sein
  • Klebungen der Klassen S2 und S1 dürfen nur Personen mit nachgewiesener Fachausbildung ausführen

Deshalb denkt der ZKF derzeit darüber nach, eine Weiterbildung zum „Karosserie-Klebespezialisten“ einzuführen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group