TÜV-Report 2023 Der Corona-Effekt ist verpufft

Von Peter Diehl

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Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote erheblicher Mängel bei der HU um 2,3 Prozentpunkte und somit nahezu auf Vor-Corona-Niveau. Ebenfalls bemerkenswert am TÜV-Report 2023: In allen Altersklassen liegen deutsche Fahrzeuge vorn, und die jeweils Letztplatzierten stammen aus demselben Konzern.

Das Quotenspektrum erheblicher Mängel aller im TÜV-Report 2023 untersuchten Pkw-Baureihen liegt zwischen 2,0 und 36,4 Prozent.
Das Quotenspektrum erheblicher Mängel aller im TÜV-Report 2023 untersuchten Pkw-Baureihen liegt zwischen 2,0 und 36,4 Prozent.
(Bild: TÜV Süd)

Der technische Zustand in Deutschland zugelassener Autos hat sich verschlechtert. Laut TÜV-Report 2023 fielen bei von TÜV-Organisationen durchgeführten Hauptuntersuchungen (HU) 20,2 Prozent der Pkw durch, weil sie „erhebliche“ oder „gefährliche Mängel“ aufwiesen. Verglichen mit der Erhebung ein Jahr zuvor, stieg dieser Wert um 2,3 Prozentpunkte. Auch die Quote der Pkw mit „geringen Mängeln“ stieg an, und zwar um 1,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent.

Die vergleichsweise niedrigen Werte des vorherigen TÜV-Reports lassen sich mit Effekten im Zusammenhang mit der Pandemie erklären: geringere Fahrleistungen, intensivere Wartung und ein durch verlängerte Leasingverträge höherer Anteil jüngerer Fahrzeuge in der Statistik. TÜV-Verband-Geschäftsführer Dr. Joachim Bühler erklärte hierzu während der Präsentation des TÜV-Reports 2023: „Der Corona-Effekt ist verpufft. Autobesitzerinnen und -besitzer müssen wieder verstärkt auf die Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge achten.“ Zweifellos ist das auch eine Ansage in Richtung der Kfz-Betriebe.

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Durch die Unterteilung der Statistik in fünf Altersklassen ergeben sich ebenso viele „Mängelzwerge“. In der Klasse der zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge ist das die Mercedes-Benz B-Klasse mit einer Quote erheblicher Mängel von 2,0 Prozent. Alle anderen Altersklassen bis hin zu den Zehn- bis Elfjährigen gewinnt stets der Porsche 911, also dessen Baureihen 992, 991 und teilweise 997, mit Quoten erheblicher Mängel zwischen 2,7 und 6,6 Prozent.

Am anderen Ende der Statistik ergibt sich ein ähnliches Bild. Letztplatzierter der zwei- bis dreijährigen Pkw ist der Dacia Logan mit 11,6 Prozent erheblichen Mängeln. Bei den Vier- bis Fünfjährigen sowie bei den Sechs- bis Siebenjährigen ist es der Dacia Duster mit Quoten von 18,0 bzw. 24,4 Prozent. Der Dacia Logan kehrt wieder als Letztplatzierter bei den Acht- bis Neunjährigen, und zwar mit einer Quote erheblicher Mängel von 32,9 Prozent. Den Konzernauftritt beim TÜV-Report krönt der Renault Clio, dessen Mängelquote bei den zehn- bis elfjährigen Fahrzeugen satte 36,4 Prozent beträgt.

Erstes E-Fahrzeug mit statistisch ausreichender Stückzahl

Apropos Renault: Mit dem Zoe ist erstmals ein batterieelektrisch angetriebenes Fahrzeug mit statistisch ausreichender Stückzahl im TÜV-Report vertreten. „Das Modell landet mit einer Mängelquote von 5,3 Prozent im Mittelfeld der zwei bis drei Jahre alten Fahrzeuge und mit 10,6 Prozent bei den Fünf- bis Sechsjährigen im unteren Drittel. Dem Zoe machen überdurchschnittlich häufig Mängel an den Achsaufhängungen und bei der Funktion der Fußbremse zu schaffen“, beschreibt der TÜV-Report den technischen Zustand der Fahrzeuge dieser Baureihe.

Erfahrungsgemäß steigt mit dem Fahrzeugalter auch die Mängelquote – eine weitere Erklärung für die um 2,3 Prozentpunkte gestiegene Quote erheblicher Mängel. Denn: „Generell steigt das Durchschnittsalter der Pkw in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an und ist laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im laufenden Jahr mit 10,1 Jahren (plus 0,3 Jahre) erstmals zweistellig. Demnach sind 43 Prozent aller Pkw in Deutschland aktuell 10 Jahre alt oder älter“, meldet der TÜV-Report.

Basis des TÜV-Reports 2023 sind rund 9,6 Millionen im Zeitraum Juli 2021 bis Juni 2022 von TÜV-Organisationen durchgeführte HU. Unter die Lupe genommen wurden 18 Mängel an 226 Pkw-Baureihen in sechs KBA- und fünf Altersklassen.

Joachim Bühlers Fazit lautet: „Die Ergebnisse des TÜV-Reports 2023 zeigen, dass verschiedene Hersteller Bestplatzierungen erreichen können. Hohe Qualität und Langlebigkeit sind ein Garant für die Sicherheit der Fahrzeuge und zahlen sich bei den Kunden aus.“

 

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