Kfz-Insolvenzen Die Pleitekurve flacht deutlich ab

Von Andreas Grimm

Der sprunghafte Anstieg der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe hat sich gelegt, die Zahl der Pleiten lag zuletzt fast auf Vorjahresniveau. Interessant ist allerdings die Belegschaftsgröße der zahlungsunfähigen Betriebe.

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Autohaus-Brachen sind selten geworden. Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe steigt zwar, allerdings auf niedrigem Niveau.
Autohaus-Brachen sind selten geworden. Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe steigt zwar, allerdings auf niedrigem Niveau.
(Foto: Rehberg / Redaktion »kfz-betrieb«)

Die Zahl der Insolvenzen in der Kfz-Branche steigt weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Entwicklung im Februar allerdings stark verlangsamt. War die Fallzahl im Januar noch sprunghaft gestiegen (+ 65 %), ging es im Februar nur um knapp vier Prozent hinauf. Das entspricht in absoluten Zahlen zudem mit zuletzt 29 Pleiten auch nur einem Fall mehr als im Februar 2021.

In den ersten beiden Monaten des Jahres mussten damit 62 Betriebe ihre Zahlungsunfähigkeit anzeigen, das sind 14 Unternehmen oder 29 Prozent mehr als zum Jahresstart 2021. Auffällig war im Februar, dass von der Entwicklung nur kleine und Kleinstbetriebe betroffen waren. Laut der Statistik waren im zweiten Monat des Jahres die Jobs von 13 Arbeitnehmern akut in Gefahr – das ist im Schnitt ein halber Mitarbeiter pro Firma. Die voraussichtlichen Forderungen belaufen sich auf 5,3 Millionen Euro.

Im gesamtwirtschaftlichen Vergleich schneidet das Kfz-Gewerbe dennoch relativ schlecht ab. Über alle Branchen hinweg sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Februar um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die weiteren Aussichten sind ebenfalls positiv. Laut Destatis ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen – ein Frühindikator für die Entwicklung der Insolvenzverfahren – in Deutschland im April deutlich gesunken, der zuletzt beobachtete Anstieg (+27 % gegenüber Februar 2022) habe sich nicht weiter fortgesetzt.

Trotz der relativ stabilen Insolvenzzahlen zeichnet sich eine schwierige Entwicklung im Teile-Einzelhandel ab. Sowohl im Januar als auch im Februar stieg die Zahl der Pleiten stark an. Nach zwei Monaten sind zwölf Betriebe betroffen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es drei Betriebe (+300 %). Dagegen sind die Ausschläge in den anderen Bereichen der Branche eher zufällig, mal weist die Statistik einen Fall mehr aus, mal einen weniger.

Konkret ergab sich im Kfz-Handel gar keine Veränderung mit elf Fällen, während es im Service ein insolventer Betrieb weniger ist (ebenfalls elf). Aus der Motorradbranche wurde im Februar kein einziger Fall gemeldet (nach drei im Vorjahresmonat).

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