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Tesla Eines statt 70 Teile: Tesla kündigt Karosserie-Revolution an

| Autor: Thomas Günnel

Statt wie bislang aus vielen Einzelteilen will Tesla nahezu die gesamte Fahrzeugkarosserie mittels Aluminiumdruckguss fertigen. Der Betrieb werde „bald beginnen“.

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Die Rohkarosserie des Model Y will Tesla nahezu aus einem Guss fertigen.
Die Rohkarosserie des Model Y will Tesla nahezu aus einem Guss fertigen.
(Bild: SP-X/Frank Ratering)

Eine Fahrzeugkarosserie besteht üblicherweise aus vielen einzelnen Teilen, die miteinander verklebt, verschweißt oder verschraubt sind. Tesla steht jetzt laut eigener Angaben in seinem Blog kurz davor, diesen Prozess deutlich zu vereinfachen. „Wir verwenden Aluminiumdruckguss statt eine Reihe von gestanzten Teilen“, erklärt Tesla-Chef Elon Musk. „Dabei werden wir die Teilezahl von bislang 70 auf zunächst vier und später auf eins reduzieren.“

Das Einsparpotenzial im Rohbau beträgt bis zu 30 Prozent.

Das würde bedeuten: es ist deutlich weniger Ausrüstung notwendig, zudem sinken Bauzeit und Betriebskosten spürbar; in der Folge könnte das Fahrzeugmodell günstiger werden. Mit nur einer – wenn auch gigantischen – Gießmaschine benötigt der Rohbau zudem deutlich weniger Platz.

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer beziffert das Einsparpotenzial im Rohbau gegenüber „Businessinsider“ auf 20 bis 30 Prozent. „Wir könnten sogar einen vollständigen oder im Wesentlichen vollständigen Rahmen selbst bauen“, zitiert der Tesla-Blog „Tesmanian“ den Chef des Unternehmens.

Leichter und sicherer

Das Verfahren hätte für das Auto an sich mehrere Vorteile: Die Karosserie wird leichter, was der Reichweite zugute kommt; und sicherer, weil sich durch einen Unfall eintretende Kräfte besser absorbieren lassen. Zuerst einsetzen will der Automobilhersteller das Verfahren im neuen Mittelklasse-SUV Model Y, weitere einteilige Gussmaschinen sollen in jeder Tesla-Fabrik installiert werden.

Tesla Model Y: SUV Nummer zwei
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Das erste Patent für die „Multi-Directional Unibody Casting Machine for a Vehicle Frame and Associated Methods“ veröffentlichte Tesla bereits im Sommer 2019. Laut des Tesla-Blogs wurde diese Maschine nun im Tesla-Werk in Freemont gesehen. „Tesla-Chef Elon Musk wartet sehnsüchtig auf ihre Aktivierung“, zitiert der Blog weiter.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE