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Abbiegeassistenzsysteme Ende der aktuellen Förderperiode

| Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verlängert den Bewilligungszeitraum für Unterstützungsmaßnahmen bis Anfang November 2020.

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Oftmals ist die Sicht für LKW-Fahrer aufgrund der erheblichen Fahrzeuggröße eingeschränkt. Dies führt zu toten Winkeln, die beim Rangieren die Gefahr einer Kollision bergen.
Oftmals ist die Sicht für LKW-Fahrer aufgrund der erheblichen Fahrzeuggröße eingeschränkt. Dies führt zu toten Winkeln, die beim Rangieren die Gefahr einer Kollision bergen.
(Bild: Wüllhorst GmbH & Co. KG, Brigade Brigade Elektronik GmbH)

Laut Daten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) verringern Abbiegeassistenzsysteme das Sicherheitsrisiko des toten Winkels beim Rechtsabbiegen erheblich – etwa die Hälfte aller Zusammenstöße mit ungeschützten Verkehrsteilnehmen ist danach vermeidbar. Daher fördern das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit der „Aktion Abbiegeassistent“ und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) mit „De-minimis“ die Aus- und Nachrüstung von Fahrzeugen mit Abbiegeassistenten. Allerdings führt die COVID-19-Pandemie bei zahlreichen Betrieben aktuell zu Verzögerungen in Logistik und Buchhaltung, weswegen der Bewilligungszeitraum für nicht abgearbeitete Verfahren bis zum 02.11.2020 verlängert wird.

Eines der geförderten Systeme ist der Abbiegeassistent der Brigade Elektronik GmbH, der in enger Zusammenarbeit mit der Wüllhorst GmbH & Co. KG entwickelt wurde. Er erfasst mithilfe von vier Ultraschallsensoren alle kritischen Gefahrenbereiche und toten Winkel an der Seite des Fahrzeugs. „Sämtliche Hindernisse werden über ein dreistufiges akustisches und optisches Warnsystem zuverlässig auf einem Monitor in der Fahrkabine gemeldet“, berichtet Heinrich Wüllhorst, Geschäftsführer bei der Wüllhorst GmbH & Co. KG. „Zusätzlich wird die Nähe zu der Gefahrenzone mit einer farblichen Markierung dargestellt. Auf diese Weise wird das Augenmerk des Fahrers aktiv auf akute Risikosituationen gelenkt.“

Der Abbiegeassistent von Brigade und Wüllhorst kann schnell und einfach auch in bereits länger zugelassene LKW integriert werden. Außerdem stehen die Experten für Verkehrssicherheit bei der Umsetzung von Sonderanfertigungen beratend zur Seite. „Natürlich erfordert ein solches System auch eine gewisse Umstellung für viele Fahrer“, resümiert Wüllhorst. „Trotzdem haben wir besonders positive Rückmeldungen aus der Fahrpraxis zur Übersichtlichkeit unseres Systems erhalten.“ Dank der Verlängerung der Förderperiode können Unternehmen noch bis November dieses Jahres die Gelegenheit nutzen, um ihren Fuhrpark mit der aktuellen Sicherheitstechnik auszurüsten und damit Menschenleben zuverlässig zu schützen.

Was ist De-minimis?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) unterstützen die Ausrüstung mit Abbiegeassistenzsystemen. Dabei richtet sich das Programm De-minimis gezielt an Unternehmen mit einem mautpflichtigen Güterkraftverkehr nach § 1 GüKG. Außerdem muss der Antragsteller Eigentümer oder Halter mindestens eines in Deutschland zugelassenen mautpflichtigen und schweren Nutzfahrzeuges sein. Weitere Unterstützungsmaßnahmen in der Förderperiode des Jahres 2020 sind beispielsweise EEN oder AAS.

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